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krimirezension ab 2003-2013

 

Carla Rot
"Blutasche"
Droste 08.2010
ISBN-10: 3770013905
9,95 €

Falsch, fälscher, am fälschesten

von Barbara Keller


Auf dem Dachboden eines Bauernhofes in Nordrhein-Westfalen taucht das in den Kriegswirren verloren geglaubte Gemälde eines Düsseldorfer expressionisten Malers auf. Die Freude über den Fund trübt sich mit den Fragen, die um das Verschwinden des Bildes und dem Tod eines britischen Staatsbürgers einhergehen. Die attraktive, derzeit glückfreie Christina Vonderwiese schreibt die Biografie des Sohnes eines Düsseldorfer Kunstmäzens und entwickelt dabei eine ungesunde Neugier...
Kunstfälscherei ist ein einträgliches Geschäft. So lange es gut geht. Wie in dem genialen Krimi "Der talentierte Mr. Ripley" (von Patricia Highsmith) bilden die Maler und Urheber der Blüten dabei das unterste Ende der Wertschöpfungskette. Wie im wirklichen Leben.

Am Moabiter Kriminalgericht werden zurzeit gleich zwei (hier und hier) solcher Delikte verhandelt. Hier kann bei Bedarf Realität und literarische Fiktion einmal gegeneinander gehalten werden.

Heiß und hoch her geht es auch in dem Kriminalroman "Blutasche". Zum Plot des Krimis: Das Düsseldorfer Stadtmuseum freut sich, in kürze das wiederentdeckte Gemälde des hiesigen expressionistischen Malers Felix Dürr - "Die Oberkasseler Brücke" - präsentieren zu dürfen. Das Bild fand sich jüngst auf dem Dachboden eines Bauernhauses im Oberbergischen Kreise an.

Zeitgleich arbeitet die derzeit privat wie beruflich glücklose Christina Vonderwiese mit dem greisen Unternehmer Egon Harth an dessen Biografie. Der Zufall will, dass der eigenwillige Sohn eines Kunstsammlers 1944 mit eigenen Augen gesehen haben will, wie der Schuppen, in dem das genannte Gemälde von den Nazis versteckt war, in hellen Flammen stand.

Wie das Gemälde in die Dachkammer des Landwirts kam, ist schleierhaft. Und Egon Harth verschließt sich ausweichend und seltsam unwillig allen Erklärungsversuchen. Christina Vonderwiese will den alten Herren nicht verärgern, kann sich jedoch nicht zurückhalten, selbst kleine Recherchen anzustellen.

Mit Haut und Haaren in Schwierigkeiten steckt die junge Frau, als sie im Zuge ihrer diesbezüglichen Ausflüge den Briten Brian Stornway kennenlernt. Den Mann, der vorgibt, das Gemälde des Malers Dürr noch aus Kriegszeiten zu kennen, umgibt etwas Geheimnisvolles und er flirtet auch mit Christina.

Doch dann hat Brian Stornway ein blutiges Loch im Kopf und Christina Vonderwiese einige Erklärungsnot. Neben belastenden Indizien bringt die Lebenskünstlerin auch der delinquente Lebensstil ihres Ex-Partners in Misskredit. Hilfe wird Christina von dem ihr farblos scheinenden Onkel Uwe Zeitz zuteil. Der 61-Jährige ist frisch pensioniert und immer noch tatendurstig...

Fazit: Spannend Vergnügliches über grausig Despektierliches


"Carla Rot, 1956 in Braunschweig geboren, wuchs im Sauerland auf und studierte Biologie an der Ruhr-Universität Bochum. Nach einem Forschungsjahr in England zog sie nach Berlin, wo sie heute als freie Übersetzerin und Autorin lebt. Sie schreibt Sachbücher, Erzählungen und Romane, häufig mit fantastischem Einschlag. (... sagt der Droste Verlag)


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