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krimirezension ab 2003-2013

 

Gregory, Jill / Tintori, Karen
"Das Buch der Namen"
Rowohlt 12.2006
ISBN: 3-499-24481-0
8,90 €

Kurz vor Zwölf oder: 36 Richtige machen einen Weltuntergang

von Barbara Keller


Laut Talmud halten 36 Gerechte in jeder Generation die Welt zusammen. Seit Jahrhunderten suchen die Weltbösen, eine Geheimsekte des Gnostizismus mit Sitz in Sizilien, die jeweiligen 36 zu eliminieren. Nie hat es geklappt. Im Sommer 2005 jedoch scheint das Weltende nah. Nur noch zwei (verblichene) Gerechte fehlen in der Raupensammlung. - Da kommt den Bösewichtern David Shephard in die Quere. Der promovierte Washingtoner Politikwissenschaftler trägt die Namen aller Gerechten in seinem Gedächtnis und für seine geliebte, 'gerechte' Stieftochter ist er bereit, durch's Fegefeuer zu gehen. - Das muss er auch.

Das nennen wir natürlich nicht Krimi, sondern Fantasy. - "Das Buch der Namen" - ist Weihnachten 2006 eventuell mal das Richtige, um ultimativ aus dem globalen Chaos auszusteigen und sich spielerisch als Teil eines Weltuntergangsszenarios fallen zu lassen. Kriege, Krankheiten, Epidemien. Da steckt schließlich mehr dahinter. System mit Sinn. Und siehe da: springt helfend eine selbst gestrickte, Jahrtausende alte Verschwörung aus dem Nähkästchen. Natürlich direkt aus dem Alten Testamtent.

Was die Welt im Innersten zusammenhält, sind, das wussten wir nicht: zwölf Edelsteine und pro Generation weltweit 36 Gerechte, so genannte Lamedwowniks. Das ging bisher automatisch. Ohne viel Aufhebens. Die Edelsteine - sie verkörpern die zwölf israelischen Stämme - stammen vom Brustpanzer Aarons, dem Bruder König Davids und ersten Hohepriester des ersten israelischen Staats (vor circa 3.000 Jahren).

Die kamen jedoch mit der endgültigen Zerschlagung des aufständischen israelischen Rumpfreiches durch die Römer Anfang dieser Zeitrechnung abhanden. Auch die vollständige Liste der Lamedwowniks von Adam - Gottes erstem Sohn, kreiert - gelten als verschollen. Wären da nicht die Kopien des Ismael und (!) das phänomenale Gedächtnis eines David Shephard, Sohn eines US-amerikanschen Senators, dem ein Kindheitstrauma die Namen aller Lamedwowniks eingibt.

Soweit zu 'Guten'. Die Bösen hingegen arbeiten seit Jahrhunderten am Untergang der Welt Gottes. Es sind die Anhänger des Gnostizismus. Die fantastische Gregory-Tintorische Prägung der Gnostiker nennt sich 'Gnoseos', will die Edelsteine an sich bringen, alle 36 aktuellen Lamedwowniks töten und in einer mit Getöse zu Bruch gehenden Welt mittels bereitgestellter Arche entfleuchen.

Die Gnoseos haben im Sommer 2005 fast alle Steinchen beieinander und es fehlen nur noch zwei Lamedwowniks in der Raupenliste, dann sollte der Weltuntergang komplett sein. - Unterstützt vom Mossad und den Guten dieser Welt hofft David Shephard das Weltenende aufhalten zu können.

Wir wünschen David Shephard und den Guten dieser Welt zu Weihnachten das Beste für alle ihre Unternehmungen!




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