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aus dem moabiter kriminalgericht


Überforderte Schauspielerin zündete Kita an


von Uta Falck-Eisenhardt

17. März 2005. Amtsgericht Tiergarten, Abt. 425, Schöffengericht
Eine zierliche, junge Frau steht vor dem Amtsgericht Tiergarten. Sie hat ein hübsches Gesicht mit einem sensiblen Mund, doch ihre Augen blicken traurig. Maria Kwiatkowsky ist angeklagt wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung. Die zur Tatzeit noch 20-jährige Jungschauspielerin zündete im April 2005 ein Auto und eine Mülltonne an. Ein halbes Jahr später, am 13. November 2005, war es schon ein ganzes Gebäude...
Maria Kwiatkowsky starb im Juli 2011 an Herzversagen...

... Die Kita "Sonnenmäuse" in der Conrad-Blenkle-Straße brannte komplett aus. Die Kinder wurden zunächst in anderen Kitas untergebracht, vier Wochen später in der Thomas-Mann-Straße. Erst im Herbst 2006 ist das Gebäude in der Conrad-Blenkle-Straße wieder bezugsfertig. Der Schaden am Gebäude beträgt 330.000 Euro, für die Inneneinrichtung und die Umzugskosten kommen noch einmal 110.000 Euro hinzu. 440.000 Euro, die Maria Kwiatkowsky ihr gesamtes Leben lang abbezahlen muss.

Doch warum zündet eine junge, hoch intelligente Frau, wie es ihr Gutachter Uwe Lange bescheinigte, eine Kindertagesstätte an? Der Psychiater versucht die Tat mit einer hochpathologischen Mutter-Kind-Beziehung zu erklären. Maria Kwiatkowsky, die zum Tatzeitpunkt an der "Volksbühne" vier Stücke gleichzeitig probte, sei überfordert gewesen mit den 12-stündigen Proben unter einem diktatorischen Regisseur, der menschliche Aggressivität auf die Bühne bringen wollte.

Sie hätte absagen müssen, konnte es aber nicht. "Ein Kind muss beim Nein-Sagen Erfolg haben, sonst lernt es das nicht", sagt der Psychiater. In solchen Situationen wäre Maria Kwiatkowsky von ihrer allein erziehenden Mutter geschlagen und angeschrieen worden. Zum Probenstress kam noch der Liebeskummer. Sie hatte sich von ihrem Freund getrennt, andere amouröse Beziehungen gaben ihr keinen Halt.

Nach einer Party, die sie leicht alkoholisiert, traurig und wütend verließ, kam sie an der Kindertagesstätte vorbei. "Ich war neugierig auf das Gebäude, weil es leer stand." Weil man dort Dummheiten machen konnte. In acht Räumen entzündete sie unter anderem Toilettenpapier und Lampenschirme, insgesamt zehn Brandherde fand die Feuerwehr.

Der Gutachter bescheinigte der Jungschauspielerin, die bereits größere Rollen in den Filmen "Liebe Amelie" und "En Garde" spielte, eine "emotional-instabile Persönlichkeitsstörung" und eine verminderte Schuldfähigkeit. Das Gericht entschloss sich, die heute 21-jährige noch wie eine Jugendliche mit zwei Jahren Freiheitsentzug auf Bewährung zu bestrafen. Die Bewährung dauert drei Jahre, in dieser Zeit muss Maria Kwiatkowsky eine mindestens zweijährige Therapie nachweisen und den enormen Sachschaden in Raten abzahlen.



NJW schreibt:
"Es gibt noch qualifizierte Gerichtsreporter..."
NJW-aktuell - web.report H. 38/2010, S.3




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Alkoholisiert, traurig, wütend - überfordert vom Job und ihrem Privatleben zündelt die junge Schauspielerin Maria Kwiatkowsky in einer Kita im Prenzlauer Berg und macht damit sich und andere unglücklich.


Barbara Lubina, die Leiterin der abgebrannten Kita "Sonnenmäuse" im Prenzlauer Berg betonte, dass alle noch einmal Glück gehabt hätten. Denn manchmal würden auch Kinder in der Tagesstätte übernachten.

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