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krimirezension ab 2003-2013

 

Jon Evans
"Tödlicher Pfad "
DTV Februar 2005
ISBN 3-423-24436-4
14,50 €

Killertreff Internet

von Barbara Keller


Ein Mörder treibt auf internationalen Trekkingrouten sein Unwesen und verunsichert die vitalen Urlauber der Sinnsuche. In Internetforen nennt er sich "der Stier". Das Markenzeichen des Unholds: er durchsticht seinen Opfern mit einem Schweizer Messer die Augen. Als Paul Wood seine neue Liebe Laura auf einer Trekkingtour durch Kamerun auf diese Weise verliert und zwei Jahre später im Himalaja einen Ermordeten mit den Insignien des "Stiers" findet, weiß er: das ist kein Zufall. Er muss etwas unternehmen. Was Paul nicht weiß: er kennt den Mörder.

Der passionierte Trekker ist ein seltsames Wesen. Jede teuer bezahlte Minute seiner Urlaubszeit verbringt er auf steinig steilen Pfaden. Auf international ausgetretenen Routen genießt er, von armen Einheimischen an der Hand geführt, Herausforderung und soziale Verpflichtung, der er in seiner westlichen Wellnesskultur geschickt aus dem Weg geht.

Ameisenhafte Völkerwanderungen finden jährlich über die höchsten Berge, durch die unwirtlichsten Gegenden der Welt statt. Hier genießt der Trekker den überlebensnotwendigen Zusammenhalt einer Notgemeinschaft, von der er später noch jahrzehntelang wie ein Frontsoldat schwärmt. Eine seltsam fremde Sehnsuchtsgemeinschaft.

Für den Autor Jon Evans scheint das Leben des Trekker so etwas wie eine Übergangsphase in ein sesshaft erfülltes Leben zu zweit zu sein. – Am Beginn seines gruseligen Ferienthrillers ist der Programmierer Paul Wood (Ende 20, wohnhaft San Francisco) ein einsamer Wolf, der mit einem ihm kaum bekannten kanadischen Anwalt eine Trekkingtour am Himalaja-Gebirge unternimmt. – Am Ende des Romans hat Paul ein familiäres Faible für seine Kameruner Trekkinggruppe entdeckt. Und tatsächlich – wie Blutsbrüder oder Soldaten einer Einheit – sind sie bereit, mit ihm durch "Dick und Dünn" zu gehen. In diesem, typisch amerikanischen Fall: Selbstjustiz zu üben.

Und das möchte der Leser ja natürlich auch. Dass endlich etwas unternommen wird gegen diese irren Internetfreaks, die das schöne Spiel "The Bull" spielen. Fünf Liebhaber des perfekten Mordes punkten 57 Morde innerhalb von fünf Jahren und von der Justiz völlig unbehelligt. - Paul Wood gerät in das Getriebe dieses Spiels und bereitet ihm ein nicht ganz perfektes Ende.

Auf einer Trekkingtour durch Kamerun entspinnt sich eine feine Liebschaft zwischen Paul Wood und Laura Mason. Als Laura während der beschwerlichen Reise bestialisch ermordet an einem Fluss aufgefunden wird, zwei Schweizer Messer in den Augen, ist der Urlaub natürlich vorbei.

Zwei Jahre später unternimmt Paul besagte Tour durch das Himalaja-Gebirge. Dort finden er und sein Begleiter in einem verlassenen Dorf den Kanadier Stanley Goebel. Tot – ebenfalls mit zwei Schweizer Messern in den Augen. Paul kann an keinen Zufall mehr glauben. Er beginnt mit hartnäckigen Nachforschungen, verliert seinen Job und bekommt unerwartet Schützenhilfe durch die schöne, erfolgreiche Online-Redakteurin Talena.

Mittels Internetforum und –recherche kommt er dem Mörder schließlich auf die Spur, dessen Nickname "der Stier" lautet. Sie führt auf eine abgelegene indonesische Insel. Das Finale findet schließlich in einer marokkanischen Schlucht statt. – Doch eine Internetmafia ist nicht so leicht zu knacken.

"Jon Evans (*1973), aufgewachsen in Kanada, lebt und arbeitet derzeit in San Francisco. Wenn er nicht gerade auf Reisen ist oder an seinem zweiten Thriller schreibt, verdient er sein Geld als IT-Consultant. "Tödlicher Pfad" ist sein erster Roman." (... sagt der DTV TB Verlag)
Evans Homepage: www.rezendi.com



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