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krimirezension ab 2003-2013

 

Horst Biber
"Soko Feuer"
grafit Juli 2004
ISBN 3-89425-291-X
9,40 €

Die perfekte Erpressung

von Barbara Keller


Justizirrtümer gibt's, ich wusst's. (national, international) Die Folgen eines sehr tragischen Falles von Justizirrtum führt Autor Horst Biber in "Soko Feuer" vor. Ort der Handlung: eine bundesdeutsche Stadt X in einem Bundesland Y.

Frank Busche, ist gerade aus der Haft entlassen. Zehn Jahre genoss er alle Freuden des deutschen Strafvollzugs. Er hat seinen korrupten Chef Richard Semper, der ihm seinen Lohn verweigerte, mit dem Brieföffner erstochen. In Notwehr. Als die Polizei ermittelt, fehlt das Spielgeld, das Semper gerade in großer Höhe ins Büro trug. Aus Totschlag wird Raubmord, wird eine lebenslange Haftstrafe.

Nun ist Frank Busche begnadigt. In der Stadt X beginnt er ein neues Leben unter falschem Namen und eine Serie von Bränden setzt ein, die von Erpresserbriefen begleitet sind. Der Adressat: das Innenministerium. Es geht um Millionen. Der Brandstifter, der sich "Prometheus" nennt, ist ein Perfektionist. Die Polizei und auch die eilig eingerichtete Sonderkommission Feuer (Soko Feuer) tappen im Dunkeln.

Ungewollt stört der Erpresser die Seelenruhe einiger Bürger des lauschigen Ortes X auf. Sei es das verwickelte Seitensprungleben einiger Landespolitiker, die Umtriebe ukrainischer Menschenhändler in einem Waldbordell - in dem übrigens auch ein bekannter Politiker sein Geld lässt - oder ein Einbruch im Möbelhaus nebenan. Viel schmuddeliger Bodensatz wird aufgerührt bei den Ermittlungen der Soko Feuer.

Die Fäden der aufwändigen Recherchen führen schließlich zu Ex-Staatsanwalt Wolfram Ohnefeldt, jetzt Innenminister, Wahlkandidat in spe. Und während der Gentlemen-Erpresser Frank Busche sich dem Traum seiner langen, einsamen Knastnächte nahe fühlt: Rache, Geld, eine neue, alte Liebe und ein Neuanfang, schlafen auch Hauptkommissarin Caroline Heynen vom Morddezernat und Ermittler Günter Raabe nicht. Teils natürlich, weil sie sich ineinander verliebten.

Auch "Soko Feuer" gehört zu den gelungenen, gediegenen Krimis des grafit Verlages: bundesdeutsches Lokalleben, wie man es sich vorstellt, oder auch - wie es sich uns vorstellt.



der MöhrenkillerH. Biber: Soko Feuer
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