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krimirezension ab 2003-2013

 

Harri Nykänen
"Raid und der Legionär"
grafit 2004
ISBN 3-8942-535-8
8,90 €

Harte Schale, weicher Kern

von Barbara Keller


Dass Verbrecher auch eine Ehre haben und Menschen sind, ist bekannt. Auch dass es mehr oder weniger gelegentliche und feste Anknüpfungspunkte zwischen den Hütern des Gesetzes und ihrer zu observierenden Objekte gibt. Auf welche Weise das in Finnland, Helsinki, geschieht und dass überhaupt - dürfte das Interessante an Harri Nykänens Buch "Raid und der Legionär" sein. Ein Krimi, in dem neben drei hart gesottenen Einbrechern auch ein Kriminalbeamter das Zeitliche segnen.

Uki und Raid haben einen Bruch in einer Anwaltskanzlei begangen. Ein todsicheres Millionending. Der Tipp hierzu stammt von Freund Lare, der seinen entsprechenden Teil abbekommen soll und der von diesem 50% für Eki, den Legionär, bestimmt. Alles geht soweit klar. Doch dann gibt es einen Toten im Milieu und kurz darauf stirbt Lare eines gewaltsamen Todes.

Der Legionär scheint durchzudrehen. Die Zustellung des Millionenanteils durch Raid gerät zur Verfolgungsjagd. Doch auch im Polizeipräsidium geht einiges Undurchsichtige vor sich.

Mit Nykänens Kriminalroman befinden wir uns mitten im finnischen "Milieu". Von dem Klischee des guten Cops und des bösen Verbrechers haben hart gesottene Krimifreunde, bzw. Realisten, sich längst verabschiedet. Auch in der finnischen Hauptstadt kennt der gute Kripobeamte seine Spezies, arbeitet mit ihr Hand in Hand. Da wird manches toleriert, um Schlimmeres zu verhindern.

Nykänen erzählt von den schwarzen Schafen, den fließenden Übergängen, den unbestechlichen Polizeibeamten, der teils unhaltbaren Gemengelage, die er sicher aus seiner jahrelangen Beschäftigung als Polizeireporter für "Helsingin Sanomat" aus eigener Anschauung kennt. Auch in "Raid und der Legionär" sucht der Leser die "Guten" vergeblich auf der zu erwartenden Seite.

Und während die lautere Polizei die Dinge nach demokratischem Recht und Gesetz zu richten sucht, hilft der schattenhafte, schweigsame "Loner" Raid dem Schicksal ein wenig auf die Sprünge.


Harri Nykänen (*1953), jahrelange Arbeit als Polizeireporter für "Helsingin Sanomat", der größten finnischen Tageszeitung. Jetzt freier Autor, Schriftsteller in Helsinki. Erfolgreiche 12-teilige Fernsehserie zu den ebenso erfolgreichen Raid-Krimis. "Raid und der Legionär" ist die dritte Übersetzung der Raid-Serie.



der MöhrenkillerHarri Nykänen: Raid und der Legionär
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