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krimirezension ab 2003-2013

 

Tino Hemmann
"quod erat demonstrandum"
Engelsdorfer Verlag 10.2008
ISBN-10: 3867039399
10,00€

Wenn der Hahn drei mal kräht

von Barbara Keller


Leipzig. Ein schrecklicher Verkehrsunfall dezimiert eine vierköpfige Familie um Mutter und Tochter. Das kleine Mädchen, noch im Kindergartenalter, die Mutter, mit 25 Jahren blutjung, geraten auf dem Nachhauseweg von einem Stadtteilfest am Rande des Gehwegs unter die Räder eines silberfarbenen Mercedes. Der von einem Moment zum anderen Witwer gewordene Vater gilt als Urheber der Tragödie, kann jedoch wegen psychischer Störungen nicht verurteilt werden. Er landet in einer geschlossenen Anstalt. Der noch Windeln tragende Sohn wächst bei seinen Großeltern auf. Jahre später sollen offene Rechnungen auf perfide Art unsanft beglichen werden...
Tom Neurot, ein sensibler, junger Mann, arbeitet als Pfleger neu in einer psychiatrischen Krankeneinrichtung. Bereits am ersten Tag seiner Tätigkeit fällt ihm der skurrile und etwas unheimliche Patient Lutz Sommer auf. Etwas ist besonders an ihm.

Es sind nicht die irren Reden, die er lautstark schwingt, auch nicht seine imposanten Drohgebärden. Tom Neurot ist nicht der Erste, der einen Schimmer von Sinn in den Wortkaskaden des offensichtlich so unglücklichen Mannes erahnt.

In dem Bedürfnis, mehr über diesen Patienten zu erfahren, holt Tom Neurot sich die Erlaubnis, dessen Krankenakte einsehen zu dürfen. Was er liest, treibt ihn um so dringlicher dem Patienten Sommer zu. Bald hat er auch dessen Vertrauen erworben, und erfährt die ganze Wahrheit. So jedenfalls, wie sie Lutz Sommer vorstellt.

Zur selben Zeit deckt die Leipziger Kripo einen bösen Fall von Kindesmissbrauch auf. Ausgerechnet ein Richter des Oberverwaltungsgerichtes Kalrsruhe soll einen kleinen Jungen, namens Max Sommer, auf sein Hotelzimmer gelockt haben, um ihn eine Nacht lang sexuell zu missbrauchen.

Richtig: der Name lautet Max Sommer. Ein Schelm, der nicht gleich den Bogen zum Jahre zurückliegenden Verkehrsunfall schlägt. Doch der Leser ist den Ermittlern ja per Papier um einiges voraus und ahnt eine schrecklich traurige Sühne...

Fazit: Guter Plot, gute Dramaturgie. In der Umsetzung leider sprachlich nicht immer so gut gelungen.


"Tino Hemmann (*Februar 1967, Leipzig). Beginnt mit zehn Jahren, erste Texte auf Papier zu bringen. Besucht den Klub Schreibender Arbeiter in Leipzig und lernt real sozialistische Literaturvorstellungen kennen. Nach Lehre, Abi und Hochschule, Hochzeit, Nationale Volksarmee, kurze Lehrertätigkeit, Sturz in die Marktwirtschaft. Über eine Digitaldruckerei gelingt der Weg zum eigenen Verlag. Lebt familiär in dörflicher Idylle mit drei Kindern, Hund und ein paar Katzen, ist aber selten zu Hause. Bekanntestes Werk ist "Der unwerte Schatz". "Wer eines Tages vergessen hat, dass er selbst ein Kind war, ist verloren." Kinder spielen in den meisten Büchern Hemmanns eine Hauptrolle." (... sagt der Engelsdorfer Verlag)

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Eigenwerbung!Barbara Keller, Sieht so eine Mörderin aus?
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