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krimirezension ab 2003-2013

 

Harri Nykänen
"Raid und der dicke Mann"
grafit 09.2006
ISBN: 3-89425-553-6
8,50 €

Gegen den Strich

von Barbara Keller


Ein unzufriedener Auftragskiller, ein renitenter Informant der Naziszene, ein eklatanter Schnitzer des finnischen Geheimdienstes - macht als Auftakt in der Bilanz: zwei Dreifachmorde innerhalb von 14 Tagen im beschaulichen, finnischen Imtara. - Hinter den Kulissen schafft die 'graue Eminenz' Raid, Auftragsmörder von Format und Würde, Fakten.
Es ist Herbst und in Imtara hat das große Sterben eingesetzt. Gerade noch schreibt Kripo Jannson während seines teuer bezahlten Dienstes gelangweilt an seinen Memoiren, als ein Profikiller einen St. Petersburger Mafiaboss samt seinen Bodyguards wegpustet. - Das als Ouvertüre.

Wenig später wird Nazipolitiker Imari Isberg und seine Familie dazu eliminiert. Ein gnadenloses Blutbad, das mit dem Mafiamord in Zusammenhang zu stehen scheint. - Ein Attentat auf den Außenminister hebt die Brisanz der Ermittlungen auf Dringlichkeitsstufe Rot.

Auftragskiller Raid gerät ungewollt in das Räderwerk der Ereignisse, als er den Job des Bodyguards des da noch quicklebendigen Nazi Isberg übernimmt. Isberg, als Informant Politiker, Nazi für den finnischen Geheimdienst im Milieu tätig, fühlt sich seines Lebens nicht mehr sicher. - Zu recht, wie auch Raid, mit seiner aussichtslosen Liebe Helena beschäftigt, zu spät bemerkt.

Doch Raid ist ein Killer von Format. Er mag es nicht, um sein Honorar geprellt zu werden. Dass er seinen Job verpatzte, geht ihm gegen seine ausgeprägte Gaunerehre. Und so setzt sich Raid mit der Zuverlässigkeit eines intakten, fühllos tüchtigen Uhrwerks in Bewegung, die Dinge in die von ihm gewünschte Ordnung zu rücken. - Das kostet natürlich weitere Opfer.

Mit Harri Nykänens Protagonist Raid lebt der Leser in einer chronisch verrückten Welt. Und in einer Welt, in der Gut und Böse nur Variablen des Zufalls sind, nimmt es nicht Wunder, das ausgerechnet ein Auftragskiller als Sympathieträger fungiert.

Mit Raid tritt eine graue Eminenz auf den Plan, die Deus ex Machina, die Dinge wieder in eine erträgliche Lage rückt. Ein Happy End schließt sich jedoch von vornherein aus.

Fazit: Ein Krimi bestens Formats - wie er im Buche steht.


"Harri Nykänen, geb. 1953, arbeitete viele Jahre lang als Polizeireporter bei >Helsingin Sanomat<, der größten finnischen Tageszeitung. Heute lebt der Schöpfer der >Raid<-Romane als freier Schriftsteller in Helsinki. Eine 12-teilige Fernsehserie zu den Krimis avancierte in Finnland zur erfolgreichsten Serie aller Zeiten, außerdem wurde >Raid< für das Kino auf Zelluloid gebannt." (...sagt der Grafit Verlag)


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