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krimirezension ab 2003-2013

 

Jørn Lier Horst
"Ruhe nicht in Frieden"
Rowohlt 08.2006
ISBN: 3-499-24209-5
8,90 €

Fünf vor Zwölf

von Barbara Keller


Larvik, Südnorwegen. - Polizeibeamter William Wisting fährt in ruhigen Fahrwassern. Die Kinder sind aus dem Haus, die Pension rückt näher. Das letzte, schwere Verbrechen liegt zwei Jahre zurück. Doch plötzlich geht es ohne Vorwarnung Schlag auf Schlag: eine Baustelle bringt einen 25 Jahre zurückliegenden Mord ans Licht, eine junge Frau wird vermisst und ein Mann schwer verletzt, bewusstlos aus einem fahrenden Wagen geworfen. Zu allem Überfluss erklärt Ingrid Wisting ihrem Mann, im kommenden Jahr eine Arbeit in Afrika aufnehmen zu wollen. Das ist selbst für den Einsamkeit liebenden Workaholic Wisting zu viel.
In Lavik, Südnorwegen, hat es seit zwei Jahren keinen Mord gegeben. Doch noch immer liegen dem Polizeibeamten William Wisting der unaufgeklärte Mord und sein Notwehrschuss mit tödlicher Folge auf den Nieren. Zur Zeit hat Wisting nichts Besseres zu tun, als den mysteriösen, zunehmenden Verfall des Rasens auf dem hiesigen Golfplatz zu untersuchen.

Aus Ratlosigkeit zieht er gerade den ortsansässigen Korn-Kreisverband zu Rate, als auf einer Baustelle eine fast vollständig verweste Person in einem alten Garderobenspind auftaucht. Die neue Fahrrad- und Fußgängerunterführung bringt ein 25 Jahre zurückliegendes Verbrechen ans Tageslicht.

25 Jahre - so lange muss der Mord zurückliegen. Denn das weibliche Opfer wurde mit einem Schuss zwischen die Augen zu Tode, in die Erde gebracht und der Boden darüber wenig später bei Straßenbauarbeiten versiegelt. Ganze fünf Tage Zeit haben die norwegischen Kollegen, den Mord zu sühnen. Denn die Verjährungsfrist für Mord beträgt in Norwegen, anders als in Deutschland, wo Mord nicht verjährt, 25 Jahre.

Als kurz darauf die fünfundzwanzigjährige Amalia Lund verschwindet und ein krankenhausreif geschlagener Mann aus einem fahrenden Wagen geworfen wird, spitzen sich die Ereignisse zu. Wisting ist sich fast sicher, dass alles irgendwie miteinander zusammenhängt.

Der Schlüssel zur Lösung ist Wistings Erkenntnis, dass die schöne Amalia eigentlich Weise und Tochter der vor 25 Ermordeten, dem Garderobenspindopfer Felicia Natholm ist. Doch zu einem alles erklärenden Gespräch mit Amalia, die mit dem Sohn des hiesigen Ölscheichs liiert ist, kommt es nicht mehr. Ein von einem Kind in einem Sandkasten gefundenes Auge führt die Ermittler auf eine schöne Landzunge der Farris-See, zu der toten Andreas Amalia Lund.

Fazit: Ein typischer 'Whodunit' aus dem Land der untergehenden Sonne. Geschrieben von einem Autor, der als Kriminalhauptkomissar seine Pappenheimer kennt. - Die passende Literatur für lange Winterabende, wenn der Wintersturm am Dachstuhl rüttelt. (Könnte ja mal wieder vorkommen.)


"Jørn Lier Horst wurde 1970 in Bamble, Norwegen, geboren. Heute lebt er allerdings in dem kleinen Küstenstädtchen Stavern in Südnorwegen. Er ist Kriminalhauptkommissar im Polizeibezirk Vestfold und arbeitet dort als Ermittler. Das Milieu und die Methoden, die er in seinen Romanen beschreibt, sind ihm daher bestens bekannt... "(sagt 'schwedenkrimi.de')


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