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krimirezension ab 2003-2013

 

Guiseppe Genna
"Fass nicht an die Haut des Drachen"
DTV TB 10.2005
ISBN: 3-423-24478-X
15,00 €

Die Paten aus China

von Barbara Keller


Bei einem blutigen Massaker in Peking sterben neben dem profitablen Drogengeschäft zwischen der CIA und dem chinesischen Geheimdienst auch alle am Deal Beteiligten. James Cameron vom CIA überlebt und sucht Rache. - In Europa chauffiert ein gelangweilter Guido Lopez von der 'Europäischen Sicherheitsagentur' eine geistig verwirrte Dame von Zürich zu ihrem Ehemann, einem reichen Fleischhändler, nach Mailand und findet ganz nebenbei ein paar in Säure eingelegte Chinesen.

Freunde der Verschwörungstheorien mögen an Guiseppe Gennas neuem Thriller ihre helle Freude haben. Wer kontrolliert die Welt? Wer zieht die Fäden, unsichtbar und zynisch grinsend hinter den Kulissen? - Das möchte man als widerständige Marionette schon wissen. Sind es die Illuminaten, der CIA, die noch immer aktive Staatssicherheit, die Araber, die Damen und Herren des "Hotel Bilderberg" oder Freunde sonst wie geheißener Logen?

Dass nun ausgerechnet ein italienischer Autor die 'gelbe Gefahr' an die Wand malt, überrascht nur den, der nicht weiß, dass Mailands Chinatown neben Paris die größte chinesische Gemeinde Europas ist. - Nach dem Abzug der US-Amerikaner nehmen, so Genna, die Chinesen die strategischen Punkte im machtverlassenen Europa in Besitz.

Ihre rücksichtslose industrielle Expansion, ihr geheimer Heroinhandel mit dem CIA, setzt ungeheure Geldmengen frei, die es dem chinesischen Geheimdienst ermöglicht, sich flächendeckend in Europa einzukaufen. - Während die EU-Behörden noch immer glauben, die Fäden im Handel mit den Chinesen in der Hand zu haben, gehört die bedeutende "Elite Private Bank" im Steuerparadies Monaco längst den Chinesen.

James Cameron und Ken Wilberg, beide beim amerikanische Geheimdienst, verbringen ihren beruflichen Lebensabend in Peking. Sie wickeln den Heroinhandel für den CIA über den Frachtverkehr von Tarnfirmen zwischen Peking und Chicago ab und zweigen nebenher noch etwas fürs Private ab. 80% des Gewinns geht an den CIA, 20% bleiben bei den Chinesen. - Eine Regelung aus alten Tagen, da China noch Schuldner bei den USA war.

Doch ein kleines Nebengeschäft mit einem Franzosen, der 1.280 kg Stoff bestellt - genau die Menge, die 1988 in New Yorck verschwand - zerstört ihr kleines Paradies. Alle am Peking-Chicago-Transfer Beteiligten werden liquidiert - inklusive des chinesischen Geheimdienstlers Te Wu. Auch Cameron und der drogenabhängige Wilberg stehen auf der schwarzen Liste. Doch Cameron überlebt und sinnt auf Rache.

Gleichzeitig erhält Guido Lopez von der just neu geschaffenen 'Europäischen Sicherheitsagentur' den Auftrag, eine geistig verwirrte Frau von Zürich nach Mailand zu ihrem Mann Luigi Carlo Agrati, einem erfolgreichen Fleischhändler, zu schaffen. Lopez, der sich nach aufregenden Ermittlungen sehnt, ist einigermaßen angeödet.

Doch unterwegs halluziniert die recht attraktive Dame von Frischfleisch, einem Brand in einem Badezimmer, einem Chinesen, drei Namen und immer wieder von Frischfleisch. In Mailand angekommen, schnüffelt der von seinem Job besessene Lopez ein wenig herum und stolpert über zahlreiche in Säurebädern aufgelöste Chinesen.

Genna zieht in seinem Thriller kräftig vom Leder gegen die Schweiz, den "Darm Europas", gegen die Steuerparadiese der Welt, Monaco im speziellen und Monte Carlo, in dem die 'Crème de la Crème der europäischen Scheiße' verkehrt. Eine Crème, die in ihrer eitlen Einfalt nicht bemerkt, dass sie längst Spielball einer fernöstlichen Macht geworden sind. - Das tut weh.

Intelligent, fantasievoll, zynisch, spannend, gut. - Ein Thriller vom Fachmann.


"Giuseppe Genna, 1969 in Mailand geboren, untersuchte 1995 im Auftrag des italienischen Parlaments den Terrorismus in Italien und Europa." (... sagt der DTV TB Verlag)


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