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krimirezension ab 2003-2013

 

Dick van den Heuvel/Simon de Waal
"Die fünf Farben des Todes"
Rowohlt TB September 2005
ISBN: 3-499-24006-8
8,90 €

Spinne im Netz

von Barbara Keller


1928 finden die Olympischen Sommerspiele in Amsterdam statt. Die junge Läuferin Ione Chatterjee Golaknath aus Britisch-Indien ist mit ihrer Mutter als Trainerin einen Monat früher angereist, um sich zu akklimatisieren. Doch bereits kurz nach ihrer Ankunft verschwindet ihre Mutter spurlos. Völlig aufgelöst wendet sich Ione an den großen Amsterdamer Hobbydetektiv C. J. Van Ledden Hulsebosch (C. J.). Was dem begnadeten Apotheker anfangs als willkommene Fingerübung erscheint, wächst sich binnen kürzester Zeit zu einer Katastrophe epischen Ausmaßes aus. Dieses Mal glaubt C. J. selbst das Opfer eines scheinbar wahllos tötenden Psychopathen zu sein.

Nach einer gut einwöchigen Schiffs- und Zugreise in Amsterdam angekommen, steigen Ione Chatterjee Golaknath und ihre Mutter im Hotel Klugt ab. Einem Hotel zweifelhaften Rufs in einer ebenso zweifelhaften Gegend am Haarlemmerdijk. Als Ione von ihrem ersten Erkundungsgang durch die niederländische Metropole zurückkehrt, behauptet Hotelier Klugt, sie nie beherbergt zu haben. Auch das Zimmer Nummer Sieben ist samt ihrer Mutter verschwunden. Die siebenundzwanzigjährige Spitzensportlerin ist verzweifelt.

C. J. dagegen entzückt dieser neue, knifflige Fall. Und auch seine Haushälterin, Fräulein Van Henegouwen, begrüßt diesen Zwischenfall. Denn nun kann sie endlich ihren Traum verwirklichen, eine medaillenverdächtige Olympionikin im Apothekerhaus unterzubringen.

Die ersten Recherchen, die C. J. und Kommissar Jonathan Saltet anstrengen, zeitigen einen Toten (Hotelier Klugt) und einen unerwarteten Besuch der Stadtoberen. Der Bürgermeister, der Vorsitzende des Olympischen Komitees und der Polizeichef persönlich erscheinen bei C. J., um den störrischen Hobbykommissar - selbstverständlich vergeblich - zur Einstellung seiner Ermittlungen zu bewegen.

Es bedarf einiger weiterer Nachforschungen, ehe C. J. und Freund Saltet zum Kern der Sache vordringen: ein irrer Olympiadefeind, der seine 111 Wörter zählenden Depeschen mit 'Narkaoo' zeichnet, erpresst die Stadtväter, die Olympiade abzubrechen. Seine Drohung: Tötung eines bis aller Olympioniken. Der friedliche Olympiadegedanke, der Ruf der Stadt scheinen ebenso gefährdet wie die Investitionen der Amsterdamer Bürger in dieses Großereignis.

C. J. bemüht neben seiner unglaublichen Intuition wieder die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, um dem perfiden Verbrechen auf die Spur zu kommen: sprich Psychologie, Hypnose sowie die Graphologie. Zu Höchstform läuft der Apotheker auf, als er glaubt, dass 'Narkaoo' nach gezielten Infektionen seiner Opfer mit Röteln, Gelbfieber, dem Blauvirus und der 'Grünen Krankheit' auch den Pestvirus unter die Olypiateilnehmer bringen will.

Derweil gehen die Olympischen Spiele ins Finale. Und auch Ione Chatterjee Golaknath tritt als Siegerkandidatin an den Start für den 800Meterlauf – mit der Fantasienummer 111.

Das Autorenteam Heuvel und DeWaal hat mit "Die fünf Farben des Todes" einen amüsant kriminellen Potpourri aus Fiktion und Realität gemixt. Einen spannenden Amsterdam-Krimi, in dem John Weissmuller (der legendäre Tarzan-Darsteller in spe) 1928 tatsächlich seine Medaillen holt, darüber hinaus aber ein wichtiger Zeuge und schwul sein muss. Ein Krimi, in dem der historische Amsterdamer Hobbydetektiv C. J. Van Ledden Hulsebosch die Olympischen Spiele 1928 nachträglich vor einem tödlichen Fiasko bewahrt. - Bildend, humorvoll, spannend.


"Dick van den Heuvel, geboren 1956, studierte an der niederländischen Akademie für Film und Fernsehen. Er arbeitet als Dramatiker fürs Fernsehen, für Theater- und Musicalproduktionen.

Simon de Waal, geboren 1961, ist Kommissar bei der Kriminalpolizei in Amsterdam. 1991 wurde er bei der Produktion eines Spielfilms als Experte konsultiert. Seither arbeitet er an diversen Krimiserien im niederländischen Fernsehen mit. Dabei lernte er Dick van den Heuvel kennen." (sagt Rowohlt TB)



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