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Abzocke auf freelancermap.de – ein Erlebnis


von von Barbara Keller

Berlin, 20.03.2008
Ob Einzugsermächtigung oder Abbuchungsauftrag. Stimmt der User im Netz dieser oder jenem zu, ist er dem Anbieter seiner Wahl finanztechnisch erst einmal ausgeliefert. Oftmals steht die Wahl der Zahlungsweise gar nicht erst zur Disposition und die Kontodaten werden selbstverständlich abverlangt. Warum eigentlich, mag man erbost fragen. Aber warum aber eigentlich nicht. Es gibt ja auch ein paar Gute unter den Schwarzen Schafen. Zu den Seriösen zählte ich bislang freelancermap.de, eine Job- und Projektbörse mit Geschäftssitz in Hamburg. Doch dann...



ACHTUNG! FREELANCERMAP hat in der Zwischenzeit Inhaber und (wie man hört) Geschäftspolitik geändert!
Wie wunderbar! Ich wünsche den Neuen einen guten Start trotz des schweren Erbes!


Bei freelancermap.de war ich seit geraumer Zeit passive Gratis-Userin. Ich bot dort als Freie unter einem zum Teil offenen Profil meine Dienste an. Von Zeit zu Zeit erhielt ich durch freelancermap.de die Meldung, die Email eines Interessenten läge in meiner Postbox bereit.

Aber als ich dann meine Postbox aufsuchte: Bingo! Hatte ich als Gratis-Userin keine Leseberechtigung. Mit Speck fängt man Mäuse. Ich war verärgert und schwankte zwischen Account löschen und Aufstocken auf ein Premiumkonto.

Weil das Premiumkonto nur 8,25 Euro den Monat kostete und jederzeit bis einen Tag vor Ablauf kündbar war, entschloss ich mich leider zu Letzterem. Leider, denn es liefen keine Angebote bei freelancermap.de mehr ein, meine Interessentenrückmeldungen blieben ohne Antwort. Und dass ich auf Google unter meinem Namen auf mein freelancermap-Profil samt Foto stieß, gab den Ausschlag, das Account zu löschen.

Ich kündigte fristgerecht per Fax (Dokument), das ich via UMTS zustellte und mit Faxbestätigung, Kennung und Kopie abspeicherte. Statt einer Bestätigung der Kündigung, verlängerte freelancermap.de jedoch nassforsch mein Account und schickte mir eine Rechnung zu. Auf meinen Widerspruch und den Widerruf der Einzugsermächtigung erhielt ich, nun überraschend schnell, folgende Antwort:

"…entgegen Ihrer Aussage liegt uns keine Kündigung vor. Unsere Abbuchung ist längst erfolgt und war rechtmäßig da Sie uns eine Einzugsermächtigung erteilt haben. Sollten Sie die Lastschrift stornieren müssen Sie zusätzlich zu dem Mitgliedschaftsbeitrag auch noch 10 Euro Stornogebühr tragen. Sollten Sie sich weigern erfolgt automatisch ein Transfer zu unserem Inkassopartner der nochmal 60 Euro draufschlägt. Überlegen Sie es sich daher gut, bevor Sie Dummheiten machen"

Weiter hieß es in den nicht namentlich gezeichneten Emails des freelancermap.de Service Teams (Dokument):

"wir verstehen nicht, warum Sie einen Vertrag schließen und hinterher nicht dafür zahlen möchten. Wir werden ebenfalls am Projektanbieterstammtisch über Sie sprechen." Und: "Sie müssen es ja echt nötig haben, was Sie für einen Terz wegen 8 Euro machen. Aus diesen 8 Euro werden nun ganz schnell 80-100 Euro (Mahngeb. Rücklastschriftkosten, Inkassogebühren), also überlegen Sie es sich gut."

Natürlich. Auf dieses Niveau muss man erst einmal kommen. Pünktlich am 19. März 2008 buchte freelancermap.de das Geld von meinem Konto für den Monat April und löschte mein Account.

Ich meine dazu: "Unrecht Gut gedeiht nicht." – In diesem Sinn wünsche ich freelancermap.de viel Freude mit meinem Geld!



NJW schreibt:
"Es gibt noch qualifizierte Gerichtsreporter..."
NJW-aktuell - web.report H. 38/2010, S.3




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