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aus dem moabiter kriminalgericht


Moabiter Kiezbordelle


von Barbara Keller

06. Juli 2005. Moabiter Kriminalgericht, 6. Große Strafkammer.
Ein siebenköpfiges Team um den türkischstämmigen Baufacharbeiter Ahmet F. (40) soll zwischen 1999 und 2004 in der Beusselstraße und Emser Straße (Moabit) die Bordelle "Chapeau Claque" und "Bodega" betrieben haben, in denen es rund 20, vor allem litauische, Frauen zur Prostitution anhielt. Die fünf Männer und zwei Frauen, mit Ausnahme des Ahmat F. und einer Ukrainerin alles Deutsche, stehen seit dem 6. Juli 2005 wegen Förderung der Prostitution und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.


Die Litauerinnen, die die jetzt Angeklagten unter falschen Versprechungen teils als Kellnerinnen und Animateurinnen anheuerten, hielten sich illegal in Deutschland auf und wurden zum Großteil zur Prostitution gezwungen. Arbeitsverweigerungen, so heißt es in der Anklage, ahndete Ahmet F. mit Fußtritten, Schlägen mit einem Baseballschläger und mit empfindlichen Geldbußen.

Die Freier zahlten 35 bis 100 € die Stunde. Von dieser Summe erhielten die Prostituierten zwar 25 bis 70 € brutto, mussten von ihr jedoch Erkleckliches an ihre Peiniger abgeben.

Ahmet F. ließ, so die Anklage, die Läden für 500 bis 1.500 € den Monat in Konzession über Wolfgang A. (45) und die Berlinerin Andrea D. (43) laufen, die dann in der Regel auch als Ansprechpartner auftraten. Sie und die anderen Angeklagten arbeiteten als Bardamen oder Barmänner in den Bordellen, führten die Strichlisten über die Aktivitäten der Prostituierten und kassierten ab.

Auch ein Polizeibeamter mischte nach Angabe der Staatsanwaltschaft mit, als es darum ging, die persönlichen Sachen zweier polnischer Prostituierter von einem fremden Luden aus einer Wohnung im Stadtbezirk Mitte herauszuholen: Er führte die polnischen Frauen in Handschellen vor und verlangten im Namen des Gesetzes deren Habseligkeiten.

Das Treiben in der Beusselstraße Moabit hat erst einmal ein Ende. Das "Chapeau Claque" steht verwaist und leer. Ob und wieweit die Einzelheiten dieses traurigen Geschäfts ans Tageslicht kommen, hängt von der Aussagewilligkeit der Angeklagten und der betroffenen Zeuginnen ab, die jedoch aus gutem Grund an ihre eigene Sicherheit denken müssen.

Nur drei der Angeklagten haben bereits angekündigt auszusagen. Ahmet F., derzeit wegen eines anderen Delikts in Untersuchungshaft, ist nicht darunter. Er grinst während der Verlesung der Anklage, seine Augen leuchten, als ginge es um einen Pokalsieg.



NJW schreibt:
"Es gibt noch qualifizierte Gerichtsreporter..."
NJW-aktuell - web.report H. 38/2010, S.3




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Beamte holen Ahmet F. (40) aus dem Gefängnistrakt. Er sitzt derzeit in Untersuchungs-
haft und gilt als Kopf des 'Teams'.


Wolfgang A. (45), gebürtiger Hallenser, Barmann und Konzessionär wird aussagen.


Diana L. (33), gebürtige Ukrainerin, fungierte als Bardame und will nicht aussagen.


Andrè B. (34), Barmann, schweigt zu den Vorwürfen.


Hubert E. (56), Barmann, wird aussagen.


Alexander W. (26), Barmann, sagt aus.


Das 'Chapeau Claque' in der Beusselstraße 25.


Gleich in der Nachbarschaft die Unterkünfte für die Prostituierten:
Beusselstraße 61 und ....


Beusselstraße 22



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