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krimirezension ab 2003-2013

 

Oliver Bottini
"Mord im Zeichen des Zen"
Scherz/Fischer 22. September 2004
ISBN 3-502-61117-3
16,80 €

Libauer Winter: Mord im Schnee

von Barbara Keller


Im winterlichen Südbaden zieht ein buddhistischer Mönch schweigsam seine Kreise. Die mysteriöse Erscheinung dieses jungen Asiaten beunruhigt die Provinzbevölkerung. Dass der Zen-Eleve auf der Flucht sein könnte, auf den Gedanken kommt zunächst niemand. Kripobeamtin Louise Bonì erkennt als Erste die Gefahr und: wird nicht ernst genommen. - Ein Kriminalroman um den internationalen Handel mit Kindern und einiges mehr.

Zu welchen beruflichen Höchstleistungen eine psychisch schwer angeschlagene Kriminalhauptkommissarin fähig ist und wie geniale Kombinationsgabe und das richtige Gespür über bodenständig machohaftes Ellenbogenwesen geistig und physisch triumphiert, führt Oliver Bottini in seinem neuen Roman "Mord im Zeichen des Zen" vor.

Zu leiden hat sie natürlich. Und das bis zum "guten" Ende. Louise Bonì ist um die Dreißig, Kriminalhauptkommissarin und lebt in Südbaden. Sie stammt aus einem typischen 68er-Elternhaus: verlandete Ideale, eine gescheiterte Beziehung. Die Mutter ist Französin, Bäckersfrau und lebt noch immer im Zeichen des politischen Feminismus.

Louise Bonì ist im Grunde gar nicht einsatzfähig. Seitdem sie in einem Sondereinsatz einen Kindermörder erschoss. Sie trinkt und komplettiert den Mangel an psychischem nun auch durch physisches Gleichgewicht. Deshalb hält ihr Vorgesetzter Rolf Bermann, ein passionierter Macho, gerade noch Bagatellesachen für sie als angemessen.

Wie zum Beispiel die "Lappalie" mit dem Zen-Schüler. Es ist Winter und in Libau bei Freiburg taucht ein einsamer, junger Mönch auf. Er sieht ein wenig lädiert aus, schweigt. Die Einheimischen sind nicht begeistert. Man fragt sich, ob dieser Mensch die Vorhut einer Invasion seiner Spezies oder gar der Vorbote einer Sekte ist. - Der Bürgermeister sieht ein lokales Problem eigener Größe auf sich zukommen. Die Polizei muss ran.

Die ratlose Ortpolizei in Gestalt der sympathischen Kollegen Hollerer und Schmidt erhalten Verstärkung aus Freiburg: Louise Bonì. Als Letztere dem Mönch eine Nacht durch die verschneiten Wälder folgt, hält sie Vorgesetzter Bermann für völlig übergeschnappt. - Aber die Kripobeamtin weicht nicht von ihrer Behauptung ab, dass der fremde Asiat verfolgt, wahrscheinlich lebensbedroht ist. Bonì kann Hollerer und Schmidt dazu überreden, dem Mönch eine weitere Nacht auf den Versen zu bleiben. Als die beiden Lokalpolizisten wenig später brutal niedergeschossen aufgefunden werden, der junge Schmidt tot, Hollerer schwer verletzt, hat sich der als Lappalie eingeführte Fall ausgeweitet.

Louise Bonì ist fortan von den jetzt "ernsthaften" Ermittlungen der Freiburger Kripo ausgeschlossen. Dennoch wird sie diejenige sein, die den Fall schließlich klärt. Unter Aufbietung aller geistigen und der letzten körperlichen Reserven. Dabei arbeitet sie mit der Sympathie der Kollegen, gegen die Aversion und Antipathie ihres Vorgesetzten und der Hoffnung einer neuen Liebe im Herzen. - Spannend geschrieben.

Oliver Bottini (*1965 Nürnberg), studierte in München Neue deutsche Literatur, Italianistik und Markt- und Werbepsychologie. Er praktiziert seit zehn Jahren Kung Fu und Qi Gong und lebt als freier Redakteur mit seiner Frau in München. Ein zweiter Roman um die Freiburger Kommissarin Louise Bonì ist in Arbeit. Der Autor im Netz: www.bottini.de



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