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krimirezension ab 2003-2013

 

Arturo Alape
"Porträt des Killers als junger Mann"
Edition Köln 02.2010
ISBN-10: 394179521X
9,95 EU

Das Blut der anderen

von Barbara Keller


Nelson und Ramon sind unzertrennliche Brüder. Geboren im Slum von Bogotá, im Südosten der Metropole gelegenen, berüchtigten Ciudad Bolívar. Draufgänger Ramon will der Armut und Perspektivlosigkeit seiner Familie entkommen. Eine Mafiosi-Karriere mit Start in Medellín, der zweitgrößten Stadt Kolumbines scheint der einzige Ausweg. Wie die Motte ins Licht torkeln die beiden Kinder ihrem Ziel entgegen und reißen von zu Hause aus. Vom Weg zum Auftragsmörder im feinen Zwirn und zurück...

Ramon ist zurück aus Medellín, wo er gemeinsam mit seinem Bruder als Gentlemen-Killer ins Berufsleben startete. Ramon, der wie ein Äffchen an seinen älteren Bruder hängt, dem Furchtlosen blind folgt, erzählt seine Geschichte. Eine Geschichte von schier erdrückender Armut und dem Versuch, ihr zu entfliehen.

Der junge Mann ist keine zehn Jahre alt, als er mit seinem Bruder den Stadtstreicher Palogrande kennenlernt. Nelson ist, trotz energischen Gegenwirkens seiner besorgten Mutter, bereits auf den Straßen der großen Stadt zu Hause. Und er weiht seinen Bruder in die Geheimnisse der Straßen ein. Als Palogrande ihnen vorschlägt, ihn nach Medellín zu begleiten, sind sie sofort dabei.

Denn alles scheint verheißungsvoller als ihr liebloses, bitterarmes Leben in einer Familie, in der die Mutter das Notwendige zum Überlebenaus dem Müll zieht und ein dem Alkohol verfallener, depressiver Vater seinen Maurerlohn vertrinkt.

Nach einer zermürbenden, ereignisreichen Fußtour über eine Strecke von mehr als 400 Kilometern, treffen sie in der zweitgrößten Stadt nordwestlich von Bogotá gelegen ein. Es dauert nicht lange, da findet Nelson den entscheidenden Kontakt, den er sich für seine berufliche Laufbahn erhofft. Nach einem gezielten Messerstich lernen er Don Luis kenen. Er wird ihn und seinen Bruder, wie viele andere Burschen auch, zu stolzen Kinderkillern ausbilden...

Fazit: Ergreifendes Porträt. Authentisch durch seine bildhafte Sprache.


"Arturo Alape, (1938-2006) war Maler, Schriftsteller, Journalist und seit den 60er Jahren Historiker der sozialen Bewegung Kolumbiens. So entstanden u.a. «El Bogotazo», eine Chronik des Volksaufstandes von 1948 im Anschluss an die Ermordung des liberalen Präsidentschaftskandidaten, bei dem Teile der Hauptstadt Bogotá zerstört wurden. Oder die zweibändige Biografie von Manuel Marulanda Vélez, dem einstigen Chef der größten Guerilla-Formation des Landes. Diese Arbeiten erreichten nicht nur zweistellige Auflagen, sie zwangen ihn auch zu mehrjährigen Aufenthalten im Exil, so in Kuba und Deutschland." (...sagt Edition Köln)

Über das 'Medellín-Kartell':

Teil 1...
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Teil 6...



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Eigenwerbung!Barbara Keller, Sieht so eine Mörderin aus?
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