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krimirezension ab 2003-2013

 

Richard Thiess
"Mordkommission"
DTV 03.2010
ISBN-10: 3423247967
14,90 EU

"Mordkommission: Wenn das Grauen zum Alltag wird"

von Barbara Keller


Der Chef der fünften Münchener Mordkommission und Fizeleiter des Mordkommissariats, Richard Thiess, berichtet von 28 Mordfällen aus der Hauptstadt des Bayerischen Freistaates, vom Alltag eines Kriminalbeamten und davon, wie man 'Kriminaler' wird...

Vom Kaufhausdetektiv zum zweiten Leiter des Münchener Mordkommissariats. Für manchen jungen 'Tatort'-Fan möchte eine solche Karriere der einer vom Tellerwäscher zum Millionär gleichen. Richard Thiess, Jahrgang 1952, hatte jedoch einige Hürden zu überwinden, um diesen Ausnahmeberuf schließlich zu bekleiden.

Erst Feldjäger, dann Kaufhausdetektiv für zwei Münchener Kaufhäuser, Fernlehrgänge und schließlich als 'Altanwärter' 24-jährig im Dienst der Polizei: da war Richard Thiess nur erst ein schlichter Polizeibeamter im Streifendienst.

Nach einigen Laufkilometern und einem einjährigen Kurs wechselte er zur Kriminalpolizei. Aber es bedurfte eines zweijährigen Studiums weiterer drei Jahre Berufspraxis, ehe Thiess ein Kriminalkommissariat leitete. Erst 13 Jahre später wechselte der Autor des vorliegenden Buches zur Mordkommission, wo der Quereinsteiger zunächst einmal kritisch beargwöhnt wurde.

Aber der Berufsalltag macht den Mitarbeiter einer Mordkommission schnell zu einem Insider. Richard Thiess beschreibt in seinem im März 2010 erschienen Buch, wie bereits sein dritter Einsatz ihn in die Realität der Schule der Grausamkeiten versetzte.

In einer Münchener Schule war ein Kind auf dem WC brutal überfallen und missbraucht worden. Morgens kurz vor Unterrichtsbeginn. Nur durch ein Wunder hatte das Mädchen überlebt. Erst zehn Wochen nach der Tat brachte der Täter durch eine weitere Gewalttat gegen eine erwachsene Frau, bei der er wiederholt seine DNA als Visitenkarte hinterließ, die Kripo auf seine Spur.

Der Leser begleitet den Kriminalbeamten Richard Thiess durch die Schilderung von 28 Mordfällen, die nichts für schwache Nerven sind. Schlaflose Nächte bei enervierenden Großeinsätzen fordern die ganze Konzentration und die letzten körperlichen Ressourcen des im Einsatz befindlichen Beamten, so erfährt man. Und dass Privatleben in diesem Beruf ein Glücksfall ist.

Wie Kriminalbeamte mit dem Grauen leben, mit dem sie beruflich täglich konfrontiert sind, weiß der Leser am Ende des 239 Seiten starken Paperbacks sicher noch immer nicht. Außer, dass der beruflich so Befasste das schlimmste Grauen sicher nicht dem Ehepartner, sondern im bösen 'Wenn-Fall' gemeinsam mit einem guten Kollegen dem Glas Bier in einem Stammlokal anvertraut.

Fazit: Klar, kritisch und empathisch geschrieben. Ein Buch, das aufklärt.


"Richard Thiess, geboren 1952, arbeitete als Kaufhausdetektiv, bevor er sich bei der Polizei bewarb und ein Studium für den gehobenen Kriminaldienst absolvierte. Als Spezialist für Jugend- und Bandenkriminalität reiste er im Auftrag des bayerischen Innenministeriums nach Moskau und Lettland. Vor seinem Wechsel in die Mordkommission 2001 war er zuletzt für Eigentumsdelikte zuständig. Als Erster Kriminalhauptkommissar leitet er die Mordkommission V im Münchner Präsidium und ist stellvertretender Leiter des Mordkommissariats. Daneben gibt er Fernlehrgänge zur Detektivausbildung." (... sagt der DTV Verlag)


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