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krimirezension ab 2003-2013

 

Jean Amila, "Die Abreibung"
Conte Verlag 2009
ISBN-10: 3936950962
10,00 EU

Jean Amila, "Die Abreibung"

von Barbara Keller


Zwei Krankenschwesternschülerinnen treten ihren ersten Nachtdienst in einer Pariser Klinik an. Was sie in dieser Nacht ihrer beruflichen Feuertaufe erleben, übersteigt jedoch das Maß der gewöhnlichen Herausforderungen. Denn in der verfallenen Villa gegenüber ist der Chef des kriminellen Pariser Kartells zur Strecke gebracht worden. Über den noch warmen Körper des Getroffen hinweg peitschen bereits die Schüsse um Nachfolge und Ablasspfründe. Die Klinik bleibt von den turbulenten Vorgängen nicht unberührt...
Autsch! Das hatten sich Sylvie und Thérèse sicher anders vorgestellt. Die ahnungslosen Schwesternschülerinnen fiebern einem ersten Nachtdienst in einem Pariser Krankenhaus entgegen und genehmigen sich noch einen letzten Galgentrunk in einem Lokal. Wenig später dreht sich das Karussell der fachlichen Anforderungen mit zunehmenden Tempo und stellt die jungen Frauen moralisch und fachlich vor schwierige Entscheidungen. Als sie in die Schusslinie der Auseinandersetzung um einen mutmaßlich vakanten Chefsessel des Pariser Verbrechersyndikats geraten, können beide vor Übermüdung gerade kaum noch die Lider heben.

Autsch! Wohl aber auch für den Unterwelt-König Renè Lecomte. Das sollte eigentlich eine 'blutige Routinefahrt' mit seinem Eleven Roger als Chauffeur werden. Nach einer längeren Blaupause in Lateinamerika will er einige, aus dem Ruder gelaufene Dinge in seinem kriminellen Reich wieder richten. Doch der schwere Junge mit den sieben Leben einer Katze hat dieses Mal Pech.

Und obwohl eine jungfräulich weiße Schwesterntracht so gar nichts gemein hat mit rauchenden Colts oder bluttriefenden Messern im Dienst der Rache, kommen sie in Jean Amilas "Abreibung" doch zu einer seltsamen Melange zusammen.

Fazit: Von unsauberen Vorgängen in und um ein Pariser Spital. In den Rollen: schwere Jungs, naive Mädels und ein verliebter junger Mann. Eine missglückte Blutrache überlässt der ahnungslosen Pariser Kripo den Platz als Zaungast und hinterlässt im Gebüsch an der Spitalmauer eine mordsmäßige Blutlache. Ein gelungener, amüsanter Ganovenkrimi. - Lob auch für das passende, witzige Cover des Paperbacks!


Jean Amila, Pseudonym von Jean Meckert (* 24. November 1910 in Paris; ? 7. März 1995 in ebenda) war ein französischer Schriftsteller. Er wurde insbesondere durch seine Kriminalromane, die in der Série noire (dem Roman noir zuzurechnen) von Gallimard erschienen, bekannt. (weiter in wikipedia)


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