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krimirezension ab 2003-2013

 

Kevin Lewis
"Jagd auf Frankie"
DTV 01.2009
ISBN-10: 3423211148
9,95 €

Erbarmungslose Hatz

von Barbara Keller


London kurz vor Weihnachten. Auf einer einsamen Londoner Brücke überfällt ein obdachloses Mädchen eine gutsituierte Frau und bestiehlt sie um eine augenscheinlich wertlose Halskette samt Amulette. Nichts Ungewöhnliches, wie es scheint. Doch Frankie, die zunächst namenlose Diebin, ist auf der Flucht. Gerade hat sie in Notwehr einen brutalen Zuhälter zur Strecke gebracht. Die für sie nutzlose Beute enthält einen USB-Stick mit hochbrisanten Informationen zu einem Fall heikler Wirtschaftskriminalität. Plötzlich ist nicht nur die Kripo, sondern sind auch diverse Syndikate der ahnungslosen Frankie auf der Spur. Eine erbarmungslose Treibjagd beginnt...

Als Franceska Mills, selbst erst 19 Jahre alt, die noch minderjährige Mary auf den Knien vor dem rücksichtlosen Luden Bob Struck um ihr Leben betteln sieht, hält sie nichts zurück. Nicht die Angst um ihr eigenes Leben und keine weise Voraussicht um die Folgen.

Sie wirft alle bislang verinnerlichten Überlebensstrategien über Bord, um das Leben des auf der Straße gestrandeten jungen Mädchens zu retten. Dabei gehen die Chancen auf einen Erfolg dieser spontanen Intervention gegen Null. Das müsste Frankie, die wie Mary vor nicht allzu langer Zeit ein Leben auf der Straße den unlebbaren Zuständen in der eigenen Familie vorzog, eigentlich wissen.

Als Frankie, die eigentlich in Notwehr handelt, in der Folge auf der Flucht einen Raub begeht, um ihr Verschwinden zu finanzieren, gerät sie ungeahnt ins Getriebe krimineller Machenschaften diverser Herren in Nadelstreifen. Ein neues Leben muss scheitern. Ein 'blackly end' scheint unausweichlich...

Fazit: Atemloser Krimi mit Herz und Verstand. Vom schier aussichtslosen Kampf gegen das Schicksal und der Kunst, ein Licht ans Ende des Tunnels zu zaubern, wo zunächst einmal keins ist. Wer weiß darüber mehr als Autor Kevin Lewis.


"Kevin Lewis wurde 1970 in Südost-London geboren. Seine Kindheit war von unvorstellbaren Grausamkeiten geprägt. Oft musste er tagelang eingesperrt in einem kahlen Raum sitzen. Hier erfand er Geschichten, die er mangels Papier an die Wand kritzelte. Außer ihm selbst konnte das niemand lesen. Mit acht Jahren kommt er zum ersten Mal in ein Heim, mit dreizehn zu einer Pflegefamilie. Mit siebzehn schafft er den Schulabschluss. Aus Angst vor der eigenen Vergangenheit schrieb er die autobiographischen Erfahrungsberichte The Kid (2003) und The Kid Moves on (2005), die ihn auf Anhieb berühmt machten. Er lebt heute mit seiner Frau Jacki und zwei Kindern (einem Sohn und einer Tochter) in Surrey. Kaitlyn ist sein erster Roman." (...sagt der DTV Verlag)

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