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krimirezension ab 2003-2013

 

Kjell Eriksson
"Nachtschwalbe"
dtv TB Verlag 09.2008
ISBN-10: 3423210818
8,95 €

Die Gefährlichkeit des Gewohnheitstiers

von Barbara Keller


In Uppsala braut sich Progromstimmung zusammen, nachdem im Zentrum der Metropole ein blutjunger Schwede tot aufgefunden wird. Zunächst fällt das Verbrechen nicht sofort ins Auge. Denn neben dieser Bluttat gibt es auch einigen Sachschaden: so gut wie alle Scheiben der Einkaufsläden der Drottninggatan wurden in einem fulminanten Akt der Zerstörung in Scherben gelegt...
Da jedoch in der Nähe des Tatortes in besagter Mainacht eine Gruppe fremdländisch aussehender junger Männer gesehen wurde, macht sich schnell Unmut und eine allseits gefühlte Überfremdung durch Ausländer am Ort breit.

Zorn und Gewaltbereitschaft nehmen aber auch unter Asylanten und Einwanderern zu, als die Begegnungsstätte für Asylanten verursacht durch einen Brandanschlag in Flammen aufgeht. In dem Feuer kommt eine dreiköpfige Familie aus Bangladesch ums Leben, die sich, weil illegal, dort versteckt hält.

Während sich die Stimmung in Uppsala immer weiter aufheizt, tritt die Abteilung Kapitaldelikte des Landeskriminalamtes Uppsala förmlich auf der Stelle. Denn der oder die Täter haben keinerlei Spuren oder Hinweise auf sich hinterlassen.

Die tüchtige Ann Lindell, ihres Zeichens Kriminalbeamtin und alleinerziehende Mutter, scheint nicht nur mit diesem nach allen Seiten offenen Fall überfordert. Auch privat steht die junge Frau an einem wichtigen Scheideweg, nachdem ihr verflossener Schwarm Eduard, eine ehrliche Haut und Landpomeranze aus dem Speckgürtel der Stadt, noch einmal die Aussicht auf eine Liebe mit Happy End eröffnet.

Fazit: Mit viel Empathie zeichnet Eriksson ein schillerndes Bild misslungener Integration von Zuwanderern in Schweden. Ein Bild das vor allem von Ignoranz, Vorurteil und Desinteresse dominiert ist. Einmal mehr verdeutlicht der Autor, dass sich der im Gewohnheitsrecht glaubende Schwede in der Regel um vieles mehr lieber in alten Ritualen ergeht, als sich der möglichen Faszination des Neuen zu öffnen. Spannend, alarmierend aktuell.

"Kjell Eriksson, geboren 1953, lebt bei Uppsala und arbeitete bis vor kurzem als Gärtner. Seine Kriminalromane wurden in Schweden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem »Krimipreis für Debütanten« und 2002 als »Kriminalroman des Jahres«. Mit Ann Lindell hat Eriksson eine außerordentlich sympathische Serienheldin geschaffen." (... sagt der dtv TB Verlag)

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