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berlinkriminell.de
krimirezension ab 2003-2013

 

kaliber .64 auf Nautilus (edition):
Friedrich Ani, Der verschwundene Gast, 4,90 €, 03.2008
Bernhard Jaumann, Geiers Mahlzeit, 4,90 €, 03.2008
Roman Rausch, Meet The Monster, 4,90 €, 03.2008

Perfide und hinterhältig

von Barbara Keller


Ein ungeliebter Ehemann verschwindet spurlos. Ein Übersetzer rennt zu eigenem Schaden seiner Identität hinterher. Ein psychiatrischer Gutachter steigt mit einem Hannibal Lecter Berliner Prägung in den Sparring-Ring. Ani, Jaumann, Rausch heißen die Autoren, die kaliber .64 um drei weitere Kurzkrimis bereichern.
Krimi-Top10 bei radio bremen
Leben auch Sie wie meine Bekannte L. von einer "kleinen Erbschaft" und können es sich leisten, dicke Romane zu lesen? Sogar zweimal, mit Genuss? Oder rauben Sie sich gar, mit Heimtücke, Vorsatz und besonderer Verwerflichkeit die Zeit zum Schmökern, anstatt an Ihren globalen Karrierechancen zu arbeiten?

D war einmal. Denn seit kaliber .64 sind solche Methoden obsolet. kaliber .64, eine kleine, handliche Krimireihe, herausgegeben durch die Hamburger Edition Nautilus, erscheint seit circa zwei Jahren.

Nur "preisgekrönte Autoren" spitzen für diese kleinformatige, 64 Seiten nicht überschreitende Serie, die Feder. Zuletzt waren es Friedrich Ani, Bernhard Jaumann und Roman Rausch.

Fall 1. Richard Leimer ist verschwunden. Der bankrotte Geschäfts- und Ehemann verschwindet sang-, klang- und spurlos über Nacht. Er ist nicht der Mann, der 'eben mal Zigaretten holt'. Einen Grund, sich Sorgen zu machen, sieht Ehefrau Karla, die süffisante Sprüche klopft, dennoch nicht. Außereheliche Verhältnisse, wo man hinsieht: ein Fall für Tabor Süden.

Fall 2. Als Walter Rogner zu einem Übersetzerkongress nach Toronto reisen will, findet der reisescheue Mann seinen Pass nicht wieder. Auf dem Meldeamt macht Rogner eine seltsame Entdeckung: er ist in Rosenheim, wo er seit 17 Jahren lebt, gar nicht registriert.

Noch ominöser: laut Akten ist er, Walter Rogner, 1990 nach Namibia ausgewandert, wo er ein sehr handfestes, aufwändiges Leben führt. Der Übersetzer wird neugierig, sagt die Torontoreise ab und bucht einen Flug nach Windhoek. Nicht unbedingt zum Wohle seiner gesundheitlichen Verfasstheit.

Fall 3. Berlin. Im Stadtbezirk Wedding treibt ein böser 'Schlitzer' sein Unwesen. Die Bevölkerung ist alarmiert. Die hiesige Kripo steht unter enormem Aufklärungsdruck. Deshalb greift die Behörde zu einem ungewöhnlichen Mittel.

Noch einmal soll der in der Zwischenzeit pensionierte psychiatrische Gutachter Dr. Felix Staudt den bereits vor einigen Jahren verurteilten Serienmörder Mike Warneke interviewen. Sie will das Profil des Mörders.

Doch der perfide Warneke ist eine Weddinger Abart des Dr. Hannibal Lecter. Und so nimmt es nicht Wunder, dass die Sitzung mit dem Sachverständigen eine zunächst erstaunliche, dann dramatische Wendung nimmt.

Natürlich wollen Sie wissen, wie es weitergeht. Investieren Sie dreimal Vier Euro Neunzig und stecken Sie die Schwarten in die Hosentasche. Es lohnt sich: Sie sind witzig, spannend, amüsant.
edition nautilus
sagt über die Autoren:

Friedrich Ani, 1959 geboren, lebt in München. Er schreibt neben Kriminalromanen und Drehbüchern (»Tatort«) auch Kinder- und Jugendbücher. Für die Kriminalromane mit Tabor Süden wurde Ani gleich mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und stand wochenlang auf der Krimiwelt-Bestenliste. Zuletzt erschien von ihm der Kriminalroman Hinter blinden Fenstern (Zsolnay).

Bernhard Jaumann,1957 in Augsburg geboren, wurde 2003 für seinen Kriminalroman Saltimbocca mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Im Aufbau-Verlag hat er bislang sieben Kriminalromane veröffentlicht, zuletzt erschienen ist Die Drachen von Montesecco. Jaumann lebt abwechselnd in Windhoek und in Italien.

Roman Rausch, 1961 geboren, lebt in Würzburg und Berlin. Er hat in den letzten vier Jahren sieben Kriminalromane geschrieben, die alle bei Rowohlt erschienen sind. Sein achter Kriminalroman Das Mordkreuz erscheint 2008.


der Möhrenkiller






Buchpremiere:
Barbara Keller, Sieht so eine Mörderin aus?
Kanzlei Hoenig