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krimirezension ab 2003-2013

 

Zygmunt Miloszewski
"Domofon"
DTV 01.2008
ISBN-10: 3423246391
14,00 €

Der verfluchte Wohnblock

von Barbara Keller


Fünf Tage in der Warschauer Kondratowicz 41, fünf Tage ohne Schlaf voller Horror: Das frisch vermählte Paar Robert und Agnieszka Lazarek ist froh, den schwiegermütterlichen Bevormundungen der Provinz in Masuren entkommen zu sein. Ihr strahlendes Glück, nun bald zu Dritt, soll in dem Umzug in einen Plattenbau im Warschauer Stadtbezirk Brodno gründen. Doch als die Beiden mit Sack und Pack die üble Adresse erreichen, rollt ihnen - als Ouvertüre zu weiteren grausigen Ereignissen - der Kopf eines mysteriös Verunfallten die Treppen entgegen...
Als Agnieszka und Robert die Ulica Kondratowicz erreichen, sinkt ihnen das Herz. Denn die Platte in der Nummer 41 ist ein hässlich grauer Sozialslum mit freilich günstigen Mieten. Von dem einstigen Schick des in den 30ern errichteten Gebäudes ist kaum etwas geblieben.

Das dürfte an sich schon reichen, um den Start einer großen Liebe mit dem fettigen Belag eines schlechten Omens zu belegen. Doch für die Lazareks kommt es noch schlimmer: Einer ihrer Nachbarn (in spe) erlag im Fahrstuhl einer Panikattacke und enthauptete sich bei dem Versuch, auf Teufelkommraus den Lift zu verlassen.

Auch ein erster Gang in den Keller der unerfreulichen Behausung mit ihren mehrheitlich unfrohen Mietern erweist sich als ein unheimlicher, fast verhängnisvoller Ausflug. Und zu einem normalen Alltag mag es in der, wie sich herausstellt, nur zu 60 Prozent bewohnten Kondratowicz 41 erst gar nicht kommen.

Denn kurz darauf ist der Wohnblock wie von unsichtbarer Hand hermetisch abgeriegelt. Keine Verbindung mit der Außenwelt mehr möglich, kein Wasser, bald auch kein Strom mehr verfügbar. Die verbliebenen Mieter plagen Albträume, denen sie durch Schlafentzug zu entgehen suchen. Es kommt zu Differenzen, eine Lösung muss her. Die kann, so scheint es, nur von Wiktor Sukiennik kommen. Doch der Ex-Gerichts- und Starreporter ist mit einer seiner Reportagen abgestürzt und trinkt sich um Kopf und Kragen...

Fazit: Das ganz große Gruseln! - Wenn man so will eine gelungene Abart von "Shining", auf das Autor Zygmunt Miloszewski in "Domofon" (dt.: Wechselsprechanlage) auch selbst hinweist. Zygmunt Miloszewski ist als angehender polnischer Stephen King eine Spur intellektueller und sinnhafter.

"Zygmunt Miloszewski, geboren 1976, ist Journalist und arbeitet zurzeit bei 'Newsweek Polska'. 'Domofon' ist sein erster Roman." (... sagt der DTV Verlag)

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