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krimirezension ab 2003-2013

 

Matthias P. Gibert
Nervenflattern*
Gmeiner Verlag 05.2007
ISBN-10: 389977728X
9,90 €

"Die Bestie von Kassel"...

von Barbara Keller


...so nennen die Medien marktschreierisch die Person, die Kassel mit einem Nervengasanschlag droht, sollte die DOCUMENTA nicht abgesagt werden. Zwei Opfer sind exemplarisch bereits jetzt zu beklagen. Hauptkommissar Paul Lenz kümmert sich, obwohl physisch, psychisch stark von einer außerehelichen Liaison in Anspruch genommen, mit ganzem Einsatz um die Rettung des kulturellen Spektakels, das dieses Jahr übrigens vom 16. Juni bis zum 23. September 2007 in Kassel stattfinden wird.
Zunächst beginnen die Verwicklungen harmlos. Erst der tragische Unfall einer türkischen Putzhilfe im Citypoint Kassel im Februar 2007. Dann, Mitte Mai 2007 - also jetzt - der Suizid eines Sozialarbeiters auf der Berghäuser Autobahnbrücke. So was kommt vor.

Hauptkommissar und Leiter der K 11 Paul Lenz, der ja auch mit seiner Liebschaft vollauf ausgelastet ist, schließt folglich: hier liegt ein tragischer Fall von Selbstentleibung vor. Doch mit dem Zeugen Markus Leichter kommt die Wende. Leichter outet sich als schwuler Freund des angeblichen Selbstmörders Dieter Brill. Er schwört: "Wir waren glücklich!"

Und als der Oberbürgermeister und Aufsichtsrat der just bevorstehenden "Documenta" Zeislinger mit einem Erpresserschreiben hilfesuchend bei der Kripo auftaucht, wird klar: die türkische Putzfrau und Dieter Brill wurden Opfer eines Nervengiftanschlags. Der Erpresser, so das Ergebnis der Entschlüsselung der kryptischen Nachricht, fordert die Aussetzung der "Documenta".

Paul Lenz führt seit sechs Jahren ein Bratkartoffelverhältnis mit Maria Zeislinger, der Frau des korrupten Oberbürgermeisters. Und hinter Lenz liegt eine unglückliche Scheidung. Zwischen durchliebten Nächten und zahllosen SMS-Nachrichten bemüht sich der völlig übermüdete Hauptkommissar um die Klärung des katastrophalen Falls. Anders als die arroganten Jungs vom BKA kommt Paul Lenz jedoch zu dem Schluss: der Fall hat nicht mehr als lokales Format.

Fazit: Der Plot zu diesem Krimi kommt leider nicht ganz schlüssig daher. Am Schluss des Romans hängen wichtige Enden lose, die weder durch die Beichte des Täters während des Show Downs in einem 'schlemmerten' Fischrestaurant, noch durch den Epilog klar gemacht werden. Was ist das denn nun für eine ominöse Verschwörung im Veterenäramt, wie der wirkliche Charakter des Täters, fragt sich der Leser, und: wer hat denn das Ehepaar Heinmüller in so trauter Atmosphäre gerichtet? Bei Gibert liest sich das am Ende des Krimis erläuternd so: "die Kripo stand am Anfang ihrer Ermittlungen." (sic!)

"Matthias P. Gibert , 1960 in Königstein im Taunus geboren, lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau in Nordhessen. Seit 1995 leitet er Seminare in allen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre und ist zudem mit einem selbst entwickelten Konzept zur Depressionsprävention sehr erfolgreich tätig. 'Nervenflattern' ist sein Debüt als Krimiautor." (... sagt der Gmeiner Verlag)

der MöhrenkillerM. P. Gibert: Nervenflattern
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