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krimirezension ab 2003-2013

 

Sebastian Fitzek
"Amokspiel"*
Droemer/Knaur 04.2007
ISBN-10: 3-426-63718-9
7,95 €

"Glaub ihnen kein Wort..."

von Barbara Keller


In der 19. Etage des Medien-Centers am Potsdamer Platz ist die Hölle los. Ein offenbar völlig entgleister Psychopath hat in der Redaktion des Radiosenders 101Punkt5 sieben Geiseln genommen und fordert die Herbeischaffung seiner jüngst tödlich verunglückten Liebsten. Und zwar: in unversehrtem Zustand. Bis dahin vertreibt sich der bis an die Zähne bewaffnete, mit einem Sprengsatz verkabelte Geiselnehmer die Zeit mit einer Art Russisch Roulette 'live on air'.
Gerade noch richtet Jan May die Kerzen für ein abendlich trauliches Beieinander mit seiner Liebsten Leoni Gregor, da erreicht ihn neben einem verwirrenden Handykurzruf Leonis ("glaub ihnen kein Wort!") die Mitteilung der Polizei, seine Partnerin sei bei einem tragischen Unfall zu Tode gekommen.

Der junge, durch eine Spekulationsaktie zu Geld gekommene Psychologe mit Wohneigentum am Gendarmenmarkt ist verzweifelt. Misstrauisch recherchiert er die angeblichen Todesumstände seiner Freundin und trifft auf sture Informationsverweigerung von Seiten der Behörden.

Ein 3/4tel Jahr später laufen gleich mehrere Personen gleichzeitig aus dem Ruder. Die talentierte, leider dem Suff verfallene Kriminalpsychologin Ira Samin, die den Suizid ihrer Tochter Sara nicht verwindet, zwei wild gewordene Kreuzberger Kiezmachos und last but not least Jan May.

Während Jan May alias Martin Kubicher aus der Redaktion des Radiosenders 101Punkt5 heraus Angst und Schrecken verbreitet, gerät die auf Suizid sinnende Ira Samin im türkischen Spätkauf in die Schusslinie zweier kaltwütiger Streithähne und von dort wider Willen als Unterhändlerin des Geiseldramas ins Medien-Center am Potsdamer Platz.

Als die lebensmüde Kriminalpsychologin erfährt, dass sich auch ihre jüngste Tochter Katharina in der 'Todesredaktion' aufhält, arbeitet sie gezielt gegen SEK-Chef Steuer und seine Strategie. Denn Steuer hält nicht viel von ihren beruflichen Künsten und möchte die Redaktion am liebsten sofort stürmen.

Fazit: Ein Amok laufender, verwaister Liebhaber, eine verzweifelte Mutter, die Berliner russische Mafia und die undurchsichtigen Absichten einer korrupten Berliner Strafverfolgungsbehörde ergeben hier als Ingredienzien sorgsam geschüttelt einen temporeichen Krimi, der sich so leichtfüßig wie möglich dem Thema Suizid widmet. - Als Berlin-Krimi der ideale Begleiter auf die Sonnenbank 2007. - Schnapp (!) mal wieder ein zähes Stück Berliner Frischluft!


"Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren, von wo aus er heute als Journalist und Autor für zahlreiche Hörfunkstationen und TV-Sender tätig ist. Gleich sein erster Psychothriller, "Die Therapie", eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen." (... sagt der Dromer Knaur Verlag) https://www.sebastianfitzek.de/

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