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krimirezension ab 2003-2013

 

Danny Leigh
"Die Seele des Bösen"
dtv Verlag 09.2006
ISBN: 3-423-24544-1
14,50 €

1.18.4.9.12.12.1.

von Barbara Keller


Wie Krimiautor James Ellroy führt Lizbeth Green eigenes traumatisches Kindheitserleben direkt in die Welt der Verbrechen zwischen zwei Buchdeckeln. Sie wird Krimiautorin und vermag so die Welt der Zwielichter zu beherrschen. Als ihr Stern und ihre Inspiration nach 15 Bestsellern zu versiegen drohen, begibt sie sich an die Basis, in die 'Perle des Strafvollzugs' nach Essenville, zur Hauptattraktion des Hochsicherheitstraktes: Wilson Velez. Sie will seine Geschichte schreiben. Doch so leicht lässt sich der dämonische Ex-Bandenchef nicht zum Objekt machen. Eine verhängnisvolle Symbiose entsteht und droht aus den Fugen zu geraten.
Ja, das soll man ja nun weiß Gott nicht. Im Angesicht der totalen Krisen sein Heil in den von Schwerverbrechern überfüllten Hochsicherheitstrakt berühmt berüchtigter Gefängnisse suchen. Zum Beispiel in Essenville, Pensylvania. Auch nicht als manische Krimiautorin.

Aber Erfolgsautorin Lizbeth Green hält es ohnehin in allem etwas anders. Die kleine, schwarz gekleidete Dame mit Bubischopf hat bereits 15 Kriminalromane hingelegt. Wie ein gut aufgezogenes Uhrwerk fließt aus ihrer Feder ein Buch nach dem anderen. Jeden Tag schreibt sie eine Seite, während einer stereotyp gleich bleibenden Arbeitszeit von sieben Stunden.

Und nun das: Ihr neues Buch erhält schlechte Kritiken, ihre Managerin beteiligt sich an Gossengeschwätz hinter ihrem Rücken. Dann ein Unfall, Schwangerschaft, der Freund geht fremd. Kein Wunder, dass ihr altes Laster, die Heroinsucht Überhand nimmt.

Während Lizbeth Green zwischen den Laken des Krankenhauses auf eine reelle Arbeit neben ihrer Schriftstellerei sinnt, nimmt der Haftprüfungstermin Wilson Velez' noch einmal Raum in den Tageszeitungen. Der zu lebenslanger Haft verurteilte, berüchtigte Latinobandenchef Velez, auch verniedlichend das "Eichhörnchen' genannt, sucht um Hafterleichterung nach.

Kaum ist Lizbeth Green genesen, setzt sie ihren Entschluss, die Geschichte dieses Mann zu schreiben, in die Tat um. Die in der siebenten Woche schwangere Krimiautorin macht sich auf den Weg nach Essenville zu Velez.

Velez, der durch die seit fünf Jahren anhaltende Einzelhaft nur noch ein Schatten seiner selbst ist, stimmt der Mitwirkung an dem Buchprojekt zu. Doch die Gesprächsführung während der Sitzungen liegt schon nach einigen wenigen Terminen nicht mehr nur bei Lizbeth Green. Bald hat der literarisch ambitionierte Velez die scheinbar rationale, kühle Frau mit einem gutartigen Phantombild seiner selbst irritiert. - Doch seitdem Velez Milderung der Haftbedingungen genießt, hat seltsamerweise auch das Morden in den N.Y.er Unterwelten wieder begonnen.

Fazit: Spannender Thriller, der sich gut während einer schlaflosen Nacht 'auflesen' lässt. Dazu auch: ein verdammt guter Plot, der allerdings in der Ausführung teils ein wenig aufwendig, spröde und unnötig dick aufgetragen ist.


"Danny Leigh wurde 1972 in Brighton geboren. Er war Musiker und Filmkritiker in London und lebt heute in Howe. Sein erster Roman The Greatest Gift erschien 2004." (... sagt der dtv Verlag)


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