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krimirezension ab 2003-2013

 

Stefan Slupetzky
"Das Schweigen des Lemming"
Rowohlt Verlag 10.2006
ISBN: 3-499-24230-3
8,90 €

Wie ein Pinguin...

von Barbara Keller


Ex-Kripo Leopold Wallisch ist Nachtwächter im Schönbrunner Tiergarten, Wien, und er ist Kumpel. Selbstverständlich springt Wallisch, genannt der "Lemming", kurzfristig für seinen Kollegen, Kunstrebell a. D., Josef Pokorny ein und übernimmt dessen Nachtschicht. Doch die schöne, laue Spätsommernacht trübt der bestialische Mord an einem Pinguin. Und dann setzt es Opfer auch in den Reihen der Hominiden, als Wallisch beauftragt durch Mäzen Hörtnagel in den Strudel um den Kunstraub der weltberühmten Saliera des Kunsthistorischen Museums gerät.
Als Tierfreund und spezieller Freund des Elefantengeheges ist der werdende Vater Wallisch natürlich empört über den schnöden Tiermord, der hierzulande übrigens eine Haftstrafe bis zu drei Jahren nach sich ziehen könnte. Was jedoch weder realisiert noch praktiziert wird.

Mit zitternden Händen wählt Wallisch die Telefonnummer seines Dienstherren. Der schlaftrunkene Direktor Stropek aber will die Sache unter den Tisch kehren. Woran an sich nichts Seltsames ist. Als jedoch Mäzen Höltnagel ihn - vermittelt durch Stropek - mit einem dicken Packen Geld ausstattet, seinen Kollegen Pokorny zu finden und der Personenkreis wächst, der Pokorny augenblicklich zu sprechen wünscht, setzt das große Wundern ein.

Das Wundern wandelt sich in blankes Entsetzen, als Florian Hörtnagel, Sohn des erfolgreichen Unternehmers, auf der Flucht vor Wallischs insistierenden Fragen von einem Kran auf den Franziskanerplatz springt. - Hier stimmt doch irgendetwas nicht.

Tja, was ist da los? - Stefan Slupetzky widmet sich in seinem neuen Krimi einem realen Verbrechen. Dem Raub der "Saliera" aus dem Kunsthistorischen Museum Wien während einer Mainacht im Jahr 2003. Für Hinweise, die zur Klärung dieses Verbrechens führten, hatte die Polizei seinerzeit 70.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Das Verschwinden des Millionen teuren Kunstwerkes blieb bis zum Frühjahr 2006 Mysterium.

In seinem Krimi spielt Stefan Slupetzky fantasievoll mit diesem mysteriösen Kunstraub und legt eine höchst verwickelte Krimikomödie hin, die sich der Kunst, den Besonderheiten Wiens und dem Leben an sich widmet. Dass der Raub im Januar 2006 aufgeklärt wurde - ein Tatverdächtiger stellte sich der Polizei, das 50-Millionen schwere Kunstobjekt konnte in einem Wald sichergestellt werden - nimmt nur dem Eingeweihten minimale Lesefreude.


"Stefan Slupetzky, 1962 in Wien geboren, studierte an der Wiener Kunstakademie und arbeitete als Musiker und Zeichenlehrer, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Er schrieb und illustrierte mehr als ein Dutzend Kinder- und Jugendbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt. Mittlerweile widmet er sich aber vorwiegend der Literatur für Erwachsene und verfasst Bühnenstücke, Kurzgeschichten und Romane. Im Rowohlt Taschenbuch Verlag sind seine Kriminalromane "Der Fall des Lemmings" und "Lemmings Himmelfahrt" erschienen. (...sagt der rowohlt Verlag)


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