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krimirezension ab 2003-2013

 

Walter Satterthwait
"Miss Lizzie kehrt zurück"
DTV 04.2006
ISBN: 3-423-24514-X
14,00 €

Nice Bloody Twenties in N.Y.

von Barbara Keller


Amanda Burton, gerade sechzehn Jahre alt, darf den Sommer des Jahres 1924 bei ihrem Onkel in New York verbringen. Sie genießt es, tagsüber auf Entdeckungsreisen allein durch die Stadt zu flanieren, aber noch mehr genießt sie es, den Abend an der Seite ihres schicken, lebenslustigen Onkels in eleganten Lokalen zu verbringen. Doch schon nach einer Woche hat das flotte Leben ein Ende: Onkel John liegt ermordet in seiner Bibliothek.

Amanda ruft unverzüglich die Polizei, doch statt Hilfe zu bekommen, gerät sie in einen Alptraum, und es hat nicht den Anschein, als würde sie so schnell aus der grausigen Arrestzelle entlassen. Allerdings haben ein paar Bosse aus der Unterwelt und etliche korrupte New Yorker Beamte, die gemeinsame Sache machen, nicht mit Miss Lizzie gerechnet.

Sie engagiert den Anwalt Lipkind, der Amanda aus der Polizeihaft holt, und anschließend mit seinem stattlichen Chauffeur Robert und dem hervorragenden Detektiv Leibowitz Miss Lizzie in ihrer Aufklärungsarbeit zur Seite steht. Die Leute, die ihr Geschäft mit Prohibition und Drogen machen, sind jedoch gefährliche Gegner, die vor nichts zurückschrecken, auch nicht vor weiteren Morden...

Das kann Miss Lizzies Team, zu dem noch die Schriftstellerin Mrs. Parker und ihr reizendes Hündchen, sowie Mr. Cutter, Amandas späterer Ehemann gehören, nicht wirklich davon abhalten, Licht in die verwickelten Zusammenhänge zu bringen. Dass Miss Lizzie einiges vom Falschspiel versteht, kommt ihnen dabei sehr entgegen.

Auf den Spuren dieser findigen und eigenwilligen Persönlichkeiten entsteht ein anschauliches und anregendes Bild vom New York der Roaring Twenties und natürlich gelingt es ihnen, die zu allem entschlossenen Gangster zur Strecke zu bringen, wenngleich der Autor keinen Zweifel daran lässt, dass der Rückschlag, den ihnen Miss Lizzie und ihre Getreuen versetzen, sie nicht auf alle Zeiten aus dem Verkehr zieht, oder anders gesagt: dass Gangster keine Nachwuchssorgen haben.

Votum: Der Roman ist ausgesprochen unterhaltsam geschrieben. Die kriminalistische Handlung, der von Ich-Erzählerin Amanda stets ein gewisses Augenzwinkern gilt, wird flott vorangetrieben, ohne Reflexionen zum Thema zu unterschlagen. Eines jener Bücher, bei denen man am Ende bedauert, am Ende angekommen zu sein.


"Walter Satterthwait wurde am 23. März 1946 in Philadelphia geboren. Neben längeren Aufenthalten in Europa lebt und schreibt er in seiner Wahlheimat Santa Fe, New Mexico, wenn er nicht gerade mit dem Wohnmobil durch die USA tourt."(... sagt der DTV Verlag)


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