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krimirezension ab 2003-2013

 

Ruth Rendell
"Der Duft des Bösen"
Blanvalet Verlag 01.2006
ISBN: 3-7645-0117-0
19,90 €

Anrüchige Libido

von Barbara Keller


London im Frühling 2002. Ein Serientäter geht um und erdrosselt mit einer Garotte junge Mädchen. Sein Markenzeichen: er erleichtert seine Opfer zur Erinnerung jeweils um ein Schmuckstück. Als die unglückliche, einsame Antiquitätenhändlerin und Witwe Inez Ferry unter ihren Auslagen eines Tages eines dieser "Andenken" findet, wird ihr manch Untermieter in ihrem Haus zunehmend suspekt.

Von der gestandenen Bestsellerautorin Ruth Rendell bekommt der Leser in der Regel das, was er erwartet: einen spannenden Thriller mit Biss. In "Der Duft des Bösen", im Original "The Rottweiler", gesellt sich zu den würzigen Ingredienzien eines 'Dr. Jekyll und Mr. Hyde' der passende Schuss 'british Marple'. Ruth Rendell gestattet ihren Lesern einen entspannten Blick von der sicheren Wohnzimmercouch in die Psyche des verwirrten Serientäters.

Frühling 2002 in London. Bereits drei Morde an jungen Frauen hat die Öffentlichkeit der Metropole bisher erschüttert. "Rottweiler" nennen die Medien den Täter, der seinen Opfern angeblich signifikante Bisse zufügt und Präsente in Form eines Schmuckstücks mitgehen lässt. Auch im Hause Inez Ferry in Paddington sind die grausigen Morde "Thema Nummer 1".

Inez Ferry betreibt im Parterre ihres Hauses ein gut gehendes Antiquitätengeschäft. In ihrem Laden trifft sich täglich, wiewohl unerwünscht, das seltsame Biotop ihrer Mieterschaft. Sie selbst ist 45 Jahre alt, traurig verzweifelte Witwe eines Filmkommissars, dem sie allabendliche Reminiszenz durch redundante Videositzungen zuteil werden lässt.

Peu á peu kommt die aufmerksame Wirtin Inez Ferry den Doppelleben ihrer Angestellten und Mieter auf die Spur. Verdächtige Existenzen führen sie alle: die mehrfach geschiedene Diva Ludmilla Gogol nicht minder als ihr Geliebter Freddy Perfect mit wanderndem Wohnsitz. Seltsam und zunehmend unheimlich ist neben Jeremy Quick, der Braut samt Schwiegermutter erschwindelt, auch der bildhübsche, geistig zurückgebliebene Will Cobbett.

Als Inez Ferry außerhalb der Routine ein großes Abstauben in ihrem Laden veranstaltet, findet sie unter ihren Auslagen seltsamerweise auch eine Kette mit einem Kreuz als Anhänger. Es ist die Kette von Gaynor Ray, dem dritten "Rottweiler"-Opfer. Kurz darauf hat Inez Ferry nicht nur die Polizei im Haus, sondern auch weitere "Andenken" des Serientäters.


"Ruth Rendell, auch unter dem Pseudonym Barbara Vine bekannt, ist mit ihren zahlreichen Romanen eine der ganz großen englischen Autorinnen. Dreimal schon erhielt sie den "Edgar-Allen-Poe-Preis" und zweimal den "Golden Dagger Award" für den besten Kriminalroman des Jahres. 1997 wurde sie mit dem Grand Masters Award der Crime Writers Association of America, dem renommiertesten Krimipreis überhaupt, ausgezeichnet und darüber hinaus von Königin Elizabeth in den Adelsstand erhoben. Ruth Rendell wurde 1930 in einem Londoner Vorort geboren. Sie arbeitete zunächst als Journalistin, bis sie sich 1964 ganz auf den Schriftstellerberuf konzentrierte. Heute lebt sie in einem Haus aus dem 16. Jahrhundert in Suffolk." (... sagt der Blanvalet Verlag)


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