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krimirezension ab 2003-2013

 

Fred Breinersdorfer
"Notwehr"
Pendragon 06.2005
ISBN: 3-86532-025-2
9,90 €

Selbstabholer

von Barbara Keller


Als Käthe Lauer erfährt, dass ihre Tochter noch zwei Tage zu leben hat, wenn nicht ein Wunder geschieht, ist sie zu allem bereit. Gretchen hat sich mit Meningitis infiziert und das Fieber sinkt trotz aller Medikamente nicht mehr unter 40 Grad. Das noch in Test befindliche Wundermittel "Immunal" ist nicht im Handel erhältlich. Käthe Lauer bietet alles auf, um es zu bekommen: Geld, Sex, den Münchener Rechtsanwalt Jean Abel und schließlich ...

Jean Abel ist mit Paul Schmitz, dem Hund und seiner neuen Eroberung in Urlaub, als sein einziger betuchter Mandant in Nöte gerät. Rolf Waldmüller, freier Handelsvertreter, hat eine Spezialmaschine an das insolvente Unternehmen Quast GmbH & Co. verkauft. Ginge das teure Gerät in die Konkursmasse ein, bedeutete das auch das Aus für Waldmüller.

Jean Abel eilt - den hohen Streitwert im Auge - herbei, um Rolf Müller mit einer einstweiligen Verfügung aus der Patsche zu helfen. Doch auch die gegnerische Partei bedient sich ihrerseits eines gewieften Anwalts und verfügt geschickt einstweilig.

Während Rolf Waldmüller um seine Existenz kämpft, bangt Käthe Lauer - Waldmüllers neue Flamme - um das Leben ihrer Tochter. Gretchen ist über eine Zeckeninfektion unrettbar an Gehirnhautentzündung erkrankt. In Insiderkreisen geht das Gerücht von einem Wundermittel namens "Immunal". Käthe kämpft einsam und verlassen und schließlich mit allen Mitteln, um an das Medikament zu kommen.

Als weder Geld, gute Worte noch der Rechtsweg helfen, greift Käthe Lauer zum letzten Mittel: der Gewalt. Jean Abel, gerade auf dem Weg zurück in den Urlaub, hilft unter Einsatz seines Lebens.

"Notwehr" ist der sechste Abel-Krimi des erfolgreichen Krimiautors Fred Breinersdorfer und sein erster Kriminalroman, der auch verfilmt wurde. 1986 erschien "Notwehr" im Rowohlt-Verlag, am 26. Oktober 1988 lief er als Film im Fernsehen. - Mit Fred Breinersdorfer in einer Nebenrolle.

In der Zwischenzeit gab es weitere Breinersdorfer-Verfilmungen, weitere Breinersdorfer-Krimis. Erst im Sommer dieses Jahres erschien "Noch Zweifel, Herr Verteidiger" im Pendragon-Verlag. Nun hat der Autor "Notwehr" noch einmal überarbeitet und mit einem Nachwort zur Filmwerdung des Buches versehen.

"Notwehr" ist genauso packend und kompakt wie seine Breinersdorf-Vorgänger und -Nachfolger. Ein typisches Alltagsbeispiel aus dem deutschen Mittelstandsambiente. Und eine Tragödie, die natürlich immer nur den Anderen passiert. Für Leser mit Nähe zum Strafrechtsalltag ist die Lektüre von besonderem Genuss. Es bleibt alles zwischen zwei Buchdeckeln und man erfährt schmunzelnd: 'Aha, so macht's also der Herr Kollege.'


"Fred Breinersdorfer führt seit vielen Jahren eine Doppelexistenz als Anwalt und Autor. Seine Drehbücher, Filme und Tatort-Krimis wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem wurden ihm der Adolf Grimme Preis mit Gold und die Goldene Kamera verliehen. Für den mit 2 Silbernen Bären prämierten Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ schrieb Fred Breinersdorfer das Drehbuch." (... sagt der Pendragon Verlag)

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